26. 05. 2012
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Köln-Ossendorf: Trotz Haft Konzerte organisiert
Üblicherweise ist es Häftlingen nicht erlaubt, von ihrer Zelle aus am normalen Geschäftsleben teilzuhaben. Doch was die Beamten der Justizvollzugsanstalt in Köln-Ossendorf nun aufgedeckt haben, ist wohl ein besonders dreister Versuch, sich über die engen Grenzen des Strafvollzugs hinwegzusetzen. Wie die Kölner Polizei am heutigen Dienstag berichtete, hat ein 45-jähriger Häftling der dortigen JVA offenkundig eine Konzerttournee organisiert. Der durch die vermeintlichen Geschäftsaktivitäten verursachte Schaden beläuft sich nach Anhaben der zuständigen Stellen auf einen Betrag in vierstelliger Höhe. Der Mann lässt sich inzwischen anwaltlich vertreten.
Unter dem Namen „JMC Music Show“ hatte der 45-Jährige zahlreiche Künstler und Band angefragt. Sie sollten auf einer „Christmas Tour 2011“ auftreten, und das auf verschiedenen großen Bühnen in der Republik, wie der Häftling seinen ahnungslosen Adressaten versprach. Als Anschrift nutzte er die offizielle Adresse der Justizvollzugsanstalt: Rochusstraße 350, 50829 Ossendorf. Neben Künstlern hatte der umtriebige JVA-Insasse offenbar auch die Manager verschiedener Arenen angesprochen. Als es jedoch zum Abschluss von Verträgen kommen, Unterschriften geleistet und in Vorkasse getreten werden sollte, ließ der vermeintliche Musikagent nichts mehr von sich hören oder kündigte den Vertrag, wie die Polizeibehörde nun berichtete.
Die Verantwortlichen des Landesgefängnisses im Kölner Nordwesten haben nun gegen den 45-Jährigen Anzeige erstattet. Ob der verurteilte Straftäter tatsächlich und ernsthaft vorhatte, eine Konzertreihe zu organisieren, ist derzeit noch ungeklärt. Die Justizorgane zeigten sich indes humorlos. Eigentlich sollte der Mann seine Reststrafe im offenen Vollzug verbüßen, diese Haftverschonung ist nun wegen der neuerlichen Vorwürfe offiziell widerrufen worden, berichtete die Polizei abschließend.


























