26. 05. 2012
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60 Prozent Mehrkosten für Kölner Oper
Die Nachricht kam am späten Nachmittag auf den Redaktionsserver. Kurz bevor die drei Oberbürgermeister-Kandidaten der großen Parteien im DGB-Haus aufeinander trafen, ließ die Stadtspitze eine Bombe platzen. Das ursprünglich mit einem Kostendeckel in Höhe von 230 Millionen versehene Entwurfskonzept sollte plötzlich 364 Millionen Euro kosten. Das hatte auch der Kölner Stadtrat so beschlossen. Oberbürgermeister Fritz Schramma zeigte sich "entsetzt" über die Kostenexplosion von rund 60 Prozent – und das "innerhalb von nur einem Jahr", wie Schramma betonte. Kurz zuvor hatte Baudezernent Bernd Streitberger einen (vorläufigen) Baustopp verkünden müssen. Bereits einen Tag zuvor hatte Oberbürgermeister Fritz Schramma Angaben des Presseamtes zufolge, das Thema auf die Tagesordnung der dienstäglichen Stadtvorstandssitzung gesetzt.
Die Fachplaner sollten gemeinsam mit andern Fachleuten die Mehrkosten noch einmal detailliert analysieren und zugleich kostengünstigere Alternativen anbieten, hieß es dazu. Die Alternativszenarien haben dabei selbstverständlich die bereits eingegangenen rechtlichen Verpflichtungen und die rechtlichen Rahmenbedingungen darzustellen. Die Alternativszenarien sollen mindestens umfassen die Varianten Bestandssanierung von Oper und Schauspielhaus mit Optimierung der Technik und Betriebsabläufe, Neubau an anderer Stelle, modulartige Darstellung der Kostensituation des beschlossenen Wettbewerbsergebnisses. Bis zu einer entsprechenden Entscheidung dürfen auf der Basis der bisherigen Planung keine weiteren rechtlichen Verpflichtungen eingegangen werden, bzw. die Planungen nicht unverändert fortgeführt werden. Kommentar des Oberbürgermeisters: "Für diese Planungsqualität fehlt mir jegliches Verständnis."
Schon einmal gab es ein böses Erwachen nach kurzer Zeit, aber auch eine halbwegs vernünftige Lösung am Ende. Bei der Frage der Zwischenlösung überraschte die Kölner Kulturverwaltung mit einem Bedarf von rund 33 Millionen Euro, kurz nachdem der Architektenwettbewerb entschieden war. Das war vor der Sommerpause 2008. In den folgenden Monaten überarbeitete die Kulturverwaltung ihre Planungen und sparte fast die Hälfte für die Ersatzspielorte ein. Da die Verantwortlichen bei ihrem überarbeiteten Konzept vor allem auf bereits errichtete und nahezu voll funktionsfähige Eventstandorte setzen, konnte etwas mehr als 14 Millionen Euro eingespart werden. Die ursprüngliche Kostenschätzung für den Ausbau des Ersatzstandortes "Staatenhaus" stieß noch vor der Sommerpause vergangenen Jahres auf massive Kritik seitens der politischen Vertreter im Kölner Kulturausschuss. Auch hier war eine andere kostengünstigere Alternative gewünscht, und mit Palladium und Expo XXI Centre kurze Zeit später gefunden.


























