26. 05. 2012
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Eine späte Entschuldigung für eine missratene Pressekonferenz
Anfang vergangener Woche hatte der türkisch-islamische Dachverband dem Kölner Architekten Paul Böhm eine Kündigung ausgesprochen. In der gleichen Woche luden die Verantwortlichen zu einer denkwürdigen Pressekonferenz. Statt auf die vielen Fragen der Anwesenden einzugehen, verlas die Pressesprecherin eine Erklärung vom Blatt ab und ließ nur „bautechnische Verständnisfragen“ zu. Die Veranstaltung heizte die Spekulationen in der folgenden Berichterstattung in den deutschen Medien eher an, als dass Fragen gelöst wurden. Am Tag danach veröffentlichte die Ditib eine offizielle Entschuldigung. Wir veröffentlichen Auszüge dieser Erklärung im Wortlaut.
„Die DITIB bedauert, dass der Ton in der Pressekonferenz und die Art und Weise, wie die Pressekonferenz beendet wurde, von den anwesenden Pressevertretern und Gästen als restriktiv empfunden wurde. Das Verhalten entsprach nicht der Gastfreundschaft, mit der die DITIB ihren Gästen in der Regel begegnet. Die DITIB bittet Sie, dies mit dem großen öffentlichen Druck zu entschuldigen, dem sich die Verantwortlichen und Akteure der DITIB derzeit ausgesetzt sehen. Es war gerade nicht Absicht der DITIB, den Eindruck zu erwecken, dass Informationen zurückgehalten werden sollen, bzw. dass „gemauert“ werden soll. Die Berichterstattung in einigen Medien, die in den ersten Tagen nach der Kündigung durch Spekulationen über mögliche politische oder ideologische Motive der DITIB für die Kündigung dominiert wurde, hat die DITIB in dieser nicht erwarteten Form quasi „überrollt“. Genährt wurden diese haltlosen Spekulationen durch die Äußerungen und Rechtfertigungsversuche von Herrn Böhm.
Die DITIB möchte nochmals betonen, dass einzig und alleine die Fakten auf der Baustelle zu der Entscheidung für die Trennung von dem Architekturbüro Paul Böhm geführt haben. DITIB hat gehandelt, wie jeder andere verantwortungsbewusste Bauherr ebenfalls gehandelt hätte. Es war zu keiner Zeit die Absicht, gezielt nach Gründen zu suchen, um eine geplante Trennung von dem Architekten begründen zu können. Unterstellungen in diese Richtung werden auf das Schärfste zurückgewiesen. Die Verantwortung für die verwendeten Spendengelder für den Bau und darüber hinaus die Verantwortung nicht nur gegenüber den Mitgliedern und Spendern, sondern auch den Unterstützern, Befürwortern und der Öffentlichkeit gegenüber, haben den Vorstand zu dem Schritt der Kündigung des Architekten gezwungen.“
Der Bau der Großmoschee soll nach dem Willen des Bauherrn so schnell wie möglich weitergehen. Bereits jetzt ist von einer Verdopplung der mit ursprünglich 17 Millionen Euro Investitionskosten die Rede. Der Zeitplan sieht vor, dass die Moschee im Mai kommenden Jahres feierlich eröffnet werden soll.


























