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26. 05. 2012
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Empörung über Absage des WDR-Kinderfestes am Weltkindertag


09.09.2008 22:00 von:

Schlagwörter: Absage,Weltkindertag,WDR-Kinderfest,Anti-Islamisierungskongress

Deren Verantwortlichen hatten zuvor angekündigt, dass das für den 20. September dieses Jahres geplante Taschenlampenkonzert im Rheingarten nicht stattfinden wird. Das stimmungsvolle Event findet traditionell am Samstagabend vor dem eigentlichen Weltkindertag in der Kölner Innenstadt statt. In der Vergangenheit verwandelten Tausende Kinder mit ihren Taschenlampen die Domumgebung in ein leuchtendes buntes Lichtermeer. Als Grund für die kurzfristige Absage nannten die Verantwortlichen des Fernsehsenders die am gleichen Tag stattfindende Großdemonstration der europäischen Rechten auf dem Heumarkt. Mehr noch als die Zusammenkunft der Rechten, die nach eigenen Angaben mit rund 1000 Gästen rechnet, machen sich die Organisatoren Sorgen um die rund 40.000 Gegendemonstranten, die an diesem Tag in der Kölner Innenstadt erwartet werden. Man wolle mögliche Konfrontationen zwischen Demonstranten und den Kindern in der Innenstadt vermeiden, hieß es vonseiten der Veranstalter. Die Kölner Polizei bedauerte die Absage am heutigen Mittwoch. "Offensichtlich ist es uns nicht gelungen, die WDR-Verantwortlichen davon zu überzeugen, dass sich Kinder und Eltern an diesem Abend sicher fühlen können", hieß es dazu in einer offiziellen Stellungnahme. Die Behörde habe intensive Gespräche, insbesondere mit den Organisatoren des Konzertes geführt, hieß es dazu weiter. Der Leitende Polizeidirektor Michael Temme bedauerte die Absage daher ausdrücklich.

Kritik von der Kommunalpolitik

„Blamabel und unverständlich“, so die erste Reaktion des Kölner SPD-Vorsitzenden Jochen Ott. Zwar habe man Verständnis für die Sorgen der Organisatoren. Es bleibe jedoch Unverständnis über die Entscheidung der Kölner Polizei, den Rechten den Heumarkt als Demonstrationsort zuzuweisen. Zunächst hatte die als rechtsextrem eingestufte Formation „pro Köln“ ihren „Anti-Islamierungskongress“ auf dem Roncalliplatz abhalten wollen. Nach mehreren Gesprächsrunden hatte die Polizei dem Veranstalter den Heumarkt als Versammlungsort zugewiesen. In Köln hatte sich nach Bekanntgabe dieses Vorhabens Widerstand quer durch alle politischen Parteien geregt. Mit der breit angelegten Protestaktion „Köln stellt sich quer“ hatten zahlreiche Akteure heftige Kritik am Kongress und seiner integrationsfeindlichen Ausrichtung geübt. Am kommenden Montag bereits wird es erste Gegendemonstrationen und –aktionen gegen das Ansinnen der europäischen Rechten geben. Am vergangenen Samstag rief die Kölner Bezirksschülervertretung zum friedlichen Protest gegen Rechts auf. DGB, Linke, SPD und auch die bürgerlichen Parteien sowie Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma hatten bereits in der Juni-Sitzung des Stadtrates in einer Resolution den entschiedenen Widerstand gegen diese Aktion angekündigt. Doch dem Stadtrat sind in dieser Angelegenheit die Hände gebunden, die Polizei bestimmt als Landesbehörde über Ort und Zeitpunkt sowie über Auflagen von Demonstrationen.

Diese Rechtsposition ist auch dem Kölner SPD-Chef bekannt, immerhin steht das Grundrecht der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit nun mal im Grundgesetz. „Das zeichnet ja eben den Rechtsstaat aus, den die Rechten bekämpfen“, so Ott in seiner gestrigen Stellungnahme. Unverständnis äußerte Kölns oberster Sozialdemokrat gegenüber der Entscheidung der Polizei. Die habe es nicht gewagt oder bewerkstelligt, „die auf Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zielenden rechten Hetzer an einen Veranstaltungsort außerhalb der Innenstadt zu verbannen“, kritisierte Ott weiter. Die Kritiker hoffen, dass trotz der Absage der öffentlich-rechtliche Rundfunksender seine Veranstaltungen baldmöglichst nachholen wird. Der eigentliche Weltkindertag findet am darauffolgenden Sonntag im Kölner Rheingarten sowie auf dem Heumarkt statt. Zwar werden sich die Bühnenbauer etwas beeilen müssen, aber hier rechnen die Veranstalter mit einem reibungslosen Ablauf.







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