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26. 05. 2012
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Kölner Bezirksregierung gibt Ergebnisse der Luftmessungen bekannt


08.04.2008 22:00 von:

Schlagwörter: Bezirksregierung,Luftmessungen,Unfall,Chemiepark

Nach Auswertung der über 500 Einzelmessungen habe eine Erhöhung des Krebsrisikos von 1:50.000 ergeben, so das Fazit der Aufsichtsbehörde. Einer der Messschwerpunkte lag demnach rund um den nördlichsten Kölner Stadtteil Worringen. 175 Messungen wurden alleine im Gebiet der als besonders belastet geltenden Wohnstraßen Alte Straße, Hackheuser Weg, Bohlenblechweg, Widdersdorfer Weg und Gohrer Weg, wie die Aufsichtsbehörde bekannt gab. Hier registrierte man auch die höchsten Werte. Der Spitzenwert lag bei 10,25 ppm des als krebserregend geltenden Acrylnitril, gemessen im Zeitraum einer Stunde. Selbst wenn Menschen zu diesem Zeitpunkt (Nacht von Montag auf Dienstag) Menschen im Freien unterwegs gewesen wären, müssten sie keine akuten gesundheitlichen Auswirkungen befürchten, argumentiert die Bezirksregierung. Allerdings führe die Emissionen der ätzenden Substanz Acrylnitril zur statistischen Wahrscheinlichkeit um einen zusätzlichen Fall einer Krebserkrankungen auf 50.000 Bewohner. „Ein individuelles Risiko lässt sich daraus nicht ableiten“, erklärte die zuständige Behörde weiter. Wer die Aufforderungen der Feuerwehr an diesem Tag Folge geleistet hatte, müsse auch langfristig keine gesundheitlichen Auswirkungen befürchten. Über den gesamten Zeitraum der Messungen (fünf Tage) lag die durchschnittliche Belastung bei 1,66 ppm. Für Acrylnitril gibt es keinen offiziellen Grenzwert. Allerdings gibt es zwei Orientierungswerte (10 und 35 ppm) sowie einen Einsatzwert für Feuerwehrleute im Einsatz (ab 20 ppm wird eine Atemschutzmaske angelegt).

Diskussionen im Landtag / Kontroverse um Zuständigkeiten


Unterdessen stand der Brandvorfall im INEOS-Chemiepark auch am heutigen Dienstag wieder im Fokus kontroverser Debatten. Im Kern geht es um die zu Beginn dieses Jahres im Zuge der Gemeindereform geänderten Zuständigkeiten. So unterliegt der Großbetrieb Chemiepark Dormagen seit dem 1. Januar dieses Jahres der Aufsicht der Bezirksregierung, während kleinere Betriebe ab sofort von den Kommunen betreut werden. Dies habe offenkundig zu Zuständigkeits-Wirrwarr geführt, wie Vertreter der NRW-Opposition im Landtag vermuten. So monierten die SPD- und Grünen-Mitglieder im Umweltausschuss des Landtags unter anderem, dass während des Vorfalls keine wirkliche Einsatzzentrale existierte. Auch die mangelhafte Koordination zwischen den verschiedenen Behörden bei der Durchführung der Schadstoffmessungen wurde bemängelt. „Es macht den Eindruck, als ob innerhalb des Zaunes die Bezirksregierung, außerhalb auf einmal die Kommune zuständig sei“, ließt einer der Kritiker verlautbaren. Umweltminister Eckhard Uhlenberg will nun den Vorfall in einer Dokumentation ausführlich darlegen.

Kritik der Betroffenen bleibt / Sondersitzung am 14. April

Auch wenn am heutigen Mittwoch im Umweltausschuss des Landtags bereits einige Fragen beantwortet wurden, bleiben weitere Unklarheiten. Das machte auch Rainer Zinkel, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Wohnen und Umwelt“ im Kölner Norden e.V. deutlich. In einem offenen Brief an den Vorsitzenden des Kölner Umweltausschuss bat Zinkel im Namen seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter um Antworten auf gleich 25 Fragen. Im Zentrum der Kritik von betroffenen Anwohnern im Kölner Norden stehen die Lehren, die aus einem Vorfall gezogen werden. Selbst Kölns Umweltdezernentin Marlis Bredehorst hatte auf einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche eingeräumt, dass Köln an einer Katastrophe nur knapp „vorbeigeschrammt“ ist. Neben Fragen zum Hergang und zur Ursache erhoffen sich die Kritiker auch Antworten auf mögliche Rückschlüsse. So müsse die Betriebssicherheit der gesamten Produktionsanlage geklärt werden, deutete Zinkel in seinem Schreiben Forderungen aus den eigenen Reihen an. Bei seinem Fragenkatalog bezog sich Zinkel schwerpunktmäßig auf einen Bericht des WDR-Magazins Monitor, der in der vergangenen Woche ausführlich über die Hintergründe des Brandes berichtete. Obwohl Stadtverwaltung und Kölner Feuerwehr nicht gänzlich verantwortlich sind, bestehen auch Unklarheiten bei den Warnungen dieser Dienststellen. Und schließlich möchte die Bürgerinitiative auch wissen, ob ein weiterer Ausbau des Chemieparks im Kölner Norden überhaupt verantwortbar ist. Der Betreiber INEOS hatte Ende vergangenen Jahres Berichte bestätigt, dass weitere Millionen in neue Produktionsanlagen investiert werden sollen.

Am kommenden Montag findet im Bürgerhaus Worringen eine Sondersitzung des städtischen Umweltausschusses statt. Bereits getagt hatte in dieser Woche die Bezirksvertretung Chorweiler. Doch wie schon bei der Pressekonferenz in der vergangenen Woche blieben auch am Montag dieser Woche Vertreter der Kölner Bezirksregierung der Veranstaltung fern. Am kommenden Montag soll das anders werden.







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