26. 05. 2012
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Kritik an Kosten für Oper-Übergangslösung
Das führte zu massiver Kritik seitens Kölner Kulturpolitiker.
In einem Grundsatzbeschluss hatte der Kölner Stadtrat im vergangenen
Jahr festgelegt, dass für die Übergangslösung gerade einmal ein Drittel
der nun veranschlagten Kosten einkalkuliert war. Der Umbau des
Ensembles am Opernplatz (Opernsanierung und Neubau Schauspielhaus) kann
nach derzeitigem Planungsstand im Jahr 2011 beginnen und wird derzeit
mit einem reinen Bauvolumen von knapp über 230 Millionen Euro
veranschlagt. Für eine Übergangslösung während der dreijährigen
Umbauphase waren zwölf Millionen Euro veranschlagt. Die Kritik von
SPD-Fraktionschef Martin Börschel an der geplanten Übergangslösung
erwiderte Oberbürgermeister Fritz Schramma am Wochenende mit
Gegenkritik. Schramma sprach in diesem Zusammenhang von „ungelegten
Eiern“ und warf Börschel Unseriosität vor.
Vergleich zur Alternative Eifelwall
Ein Vergleich zwischen den Zwischenspielstätten Eifelwall und
Staatenhaus, der seinerzeit favorisierten Variante, zeige allerdings,
dass die erstgenannte Alternative mit einem voraussichtlichen
Kostenaufwand von 56 Millionen Euro noch einmal deutlich teurer werden
würde. Der dritte von der Stadtverwaltung geprüfte Standort – die
Uniwiesen – schied allerdings schon früh aus, da er nach Angaben der
Verwaltungsexperten nicht genehmigungsfähig sei. Der Standort Eifelwall
sehe aber den Einsatz so genannter „fliegender Bauten“ vor. Auch
Schramma räumte ein, dass die derzeit vorliegenden Kostenschätzungen
die in früheren Fachgutachten ermittelten Werte deutlich übertreffen.
Demnach komme eine Zwischenlösung im Staatenhaus nur dann in Betracht,
„wenn ein Nachnutzer oder ein Investor gefunden werde“, erklärte
Schramma. Den Vorwurf der Stümperhaftigkeit wies das Kölner
Stadtoberhaupt aber entschieden zurück. Die nun genannte Interimslösung
wäre ohnehin nicht im Rat vorgelegt worden, erklärte Schramma weiter.
Nun wolle man vonseiten der Verwaltung kostengünstigere Varianten
prüfen. Diesem Ansinnen schloss sich auch das Kölner Bürger-Bündnis
(KBB) an. Deren Ratsmitglied und Oberbürgermeister-Kandidat Dr. Martin
Müser nannte die Kosten für das Provisorium „indiskutabel“. Ein
Vergleich mit der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zeige, dass
es wesentlich günstigere Lösungen gebe. Eine ähnliche Übergangslösung
beim Umzug der Deutschen Oper hatte lediglich 1,9 Millionen Euro
gekostet. Auf der kommenden Sitzung des Kulturausschusses am Dienstag
dieser Woche will Müser eine Aktuelle Stunde beantragen. Dabei schloss
er auch nicht aus, „gegebenenfalls noch mal einen Neubau des
Opernhauses zu diskutieren“. „Offenbar wähnt sich Kulturdezernent
Quander im Besitz einer vom Rat ausgestellten Lizenz zum Gelddrucken“,
ergänzte der Vorsitzende des KBB Andreas Henseler.
Noch vor der Sommerpause soll die Verwaltung eine entsprechende Vorlage
vorbereiten, auf deren Basis dann weitere mögliche Alternativen für die
drei Jahre währende Interimsphase genannt werden sollen.


























