26. 05. 2012
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KVB hat zusätzliche Maßnahmen eingeleitet
Am heutigen Rosenmontag werden Hunderttausende Schaulustige und Karnevalisten den alljährlichen Umzug betrachten. Weil der Zugweg die Tanzgruppen, Prachtwagen und Musikcorps auch an den Haltestellen Heumarkt und Rathaus vorbeiführt, hat die Kölner Verkehrsbetriebe AG KVB in jüngster Vergangenheit weitere Anstrengungen unternommen, die Sicherheit an den Tunnelbauwerken zu erhöhen. Das teilten die Verantwortlichen am gestrigen Sonntagabend in einer Presseerklärung mit. Insbesondere die Haltestelle Heumarkt habe einen Schwerpunkt der Arbeiten dargestellt. Hier bestehe zwar schon jetzt ausreichende Sicherheit, wie die Verantwortlichen betonten. Trotzdem werde man im Vorfeld des heutigen Umzugs "großflächige Stahlplatten mit stabilen Stahlseitenstreben im Stoßbereich der Bewehrungskörbe von innen gegen die Schlitzwand verspannen", hieß es in der Meldung. Allerdings könne diese Maßnahme erst nach Freigabe der Berechnungen durch einen Prüfingenieur beginnen, hieß es dazu weiter. Die Haltestelle Rathaus sei hingegen unproblematisch. Hier seien die Arbeiten bereits so weit fortgeschritten, dass die relevanten Lasten durch das Tunnelbauwerk selbst getragen werden.
Die in den vergangenen Tagen zu Tage getretenen Mängel am Bau dieses Jahrhundertprojekts haben die zusätzlichen Maßnahmen notwendig gemacht. An manchen Bauwerken haben die bauausführenden Firmen der Arge Los Süd an manchen Stellen bis zu 83 Prozent der Stahlklammern, der zur Stabilisierung des verbauten Betons vorgesehen war, nicht verbaut sondern unter der Hand an Schrotthändler verkauft. Der erneute Skandal um Pfusch und Mängel beim Bau der Nord-Süd-Stadtbahn war erst vor wenigen Tagen bekannt geworden, nachdem am 3. März vergangenen Jahres beim Einsturz dreier Häuser in der Kölner Südstadt zwei Menschen zu Tode kamen und das Historische Archiv samt seiner Inhalte in eine 30 Meter tiefe Baugrube stürzten. In den heutigen Montagsausgaben der Kölner Tageszeitungen war zudem zu lesen, dass sich der Verdacht auf ein organisiertes Vorgehen zunehmend verfestigt. Immer mehr Bauprotokolle sollen demnach gefälscht worden sein, um den Eisenklau zu vertuschen, hieß es dort weiter. Am morgigen Dienstag soll eine Krisensitzung bei der stadtnahen Gesellschaft einberufen werden, um die Vorwürfe zu klären und die Stellungnahmen der beauftragten Baufirmen zu diskutieren.
KVB veröffentlicht Chronik der Ereignisse
Die KVB hat unterdessen in einer zweiten Presseerklärung den Hergang der weiteren Schritte nach dem Einsturz des Historischen Archivs im vergangenen März dargelegt. Sie sollen die unternommenen Anstrengungen der Verantwortlichen dokumentieren, die zu einer "schnellen und lückenlosen Aufklärung" der Ursachen dieser Katastrophe führen sollte. Die stadtnahe Verkehrsgesellschaft betonte darin ausdrücklich, dass alle relevanten Informationen unverzüglich an das Landgericht, die Stadt Köln sowie die technische Aufsichtsbehörde und die eigenen Aufsichtsgremien weitergeleitet werden sollen. So müssen entsprechende Informationen, die einen Bezug zur Klärung der Ursachen in Sachen Waidmarkteinsturz haben, zunächst von der Kölner Staatsanwaltschaft freigegeben werden. Erst dann können diese Informationen weitergegeben werden, wie die KVB in ihrer Mitteilung andeutete. Im Folgenden sehen Sie die entsprechenden Schritte seit dem 3. März vergangenen Jahres.
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