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26. 05. 2012
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Neue Details über Kölner Klüngel-Affäre


06.02.2009 19:20 von:

Schlagwörter: Köln,Sparkasse,Bonn,Beratervertrag,Schröder,Klüngel,Staatsanwaltschaft

Die Unterlagen beziehen sich auf Vorgänge, die bereits neun Jahre zurückreichen. Im Mittelpunkt stehen dabei der CDU-Politiker Prof. Rolf Bietmann und der damalige Vorstandsvorsitzende der Kölner Stadtsparkasse Gustav Adolf Schröder, wie der derzeitige Sparkassenchef Artur Grzesiek erklärte. Wie aus Verwaltungsratskreisen durchsickerte, steht der ehemalige Sparkassenchef nun selbst im Verdacht, einen lukrativen Nebenjob gehabt zu haben, Bietmann soll damals als Chef des Verwaltungsrates diese Nebentätigkeit gestattet haben. Wie die Fraktion der Linken am späten Nachmittag bekannt gab, soll Schröder einen Vertrag mit dem Esch-Oppenheim-Fonds geschlossen haben. Der ehemalige Sparkassenchef ließ die Behauptung umgehend über seine Rechtsanwälte dementieren. "Gustav Adolf Schröder weist hiermit ausdrücklich darauf hin, dass er während seiner Tätigkeit als Vorstandschef zu keinem Zeitpunkt einer Nebentätigkeit nachgegangen ist", heißt es in der ebenfalls am Freitag veröffentlichten Erklärung. Folglich sei eine Genehmigung seitens des Verwaltungsrates "niemals zum Tragen gekommen", hieß es in der Stellungnahme weiter.

Aktuelle Stunde im Rat soll Klarheit schaffen

Bereits vor einigen Tagen hatte die Fraktion der Kölner Linken angekündigt, die kommende Ratssitzung am 10. Februar zu einer Aussprache über die gesamte Thematik nutzen zu wollen. Für den Vorsitzenden der Fraktion der Linken, Jörg Detjen, liegt der Verdacht der Untreue allerdings auf der Hand. "Die Beraterbank hat nicht nur politische Freunde über Beraterverträge finanziert, sondern ihr eigener Vorsitzender wurde mit einem solchen Vertrag von einer anderen Bank beschenkt", beschreibt Detjen seinen derzeitigen Kenntnisstand. Der Ratspolitiker forderte eine umgehende Sonderprüfung bei der Bundesaufsichtsbehörde BaFin. Auch dies soll am kommenden Dienstag zur Sprache kommen.

CDU bezieht Position gegen den politischen Gegner

Unterdessen hat auch Oberbürgermeister Fritz Schramma Position gegen Schröder bezogen. In einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt bezeichnete er den ehemaligen Sparkassenchef als "Netzwerker der ganzen Geschichte". Schröder gehörte demnach zu den wichtigsten drei SPD-Leute der vergangenen Jahrzehnte, so Schramma weiter. Schon zu Beginn dieser Woche hatte auch der Kölner CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka auf die Rolle Schröders in der ganzen Affäre hingewiesen. Aufgrund von Beraterverträgen waren zuvor Bundestagskandidat Prof. Rolf Bietmann und der erste Bürgermeister der Stadt, Josef Müller, zurückgetreten. Beide haben offenbar von dem Netzwerk der damaligen Sparkasse profitiert. Ob sie tatsächlich eine Gegenleistung für die Honorare in sechsstelliger Höhe erhalten haben, ist derzeit Gegenstand weiterer Untersuchungen. Aus Kreisen des Verwaltungsrates war im Vorfeld der heutigen Sitzung zu lesen, dass es Stimmen gebe, die eine Rückzahlung der Honorare beschließen sollten. Müller ist nach seinem Rückzug aus der Kommunalpolitik zu Verwandten in den Süden der Republik gefahren. Dem Vernehmen nach soll der Rückzug den 70-jährigen CDU-Politiker auch gesundheitlich angegriffen haben.







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