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26. 05. 2012
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Nord-Süd-Stadtbahn: Protokolle sollen gefälscht worden sein


20.02.2011 11:59 von:

Schlagwörter: Köln,Nord-Süd-Stadtbahn,2011,Februar,Staatsanwaltschaft,Protokoll,Fälschung,Bauf

Die Protokolle einer am Bau der Nord-Süd-Stadtbahn beteiligten Baufirma sind offenbar gefälscht. Das berichtete die Tageszeitung Kölner Stadt-Anzeiger in seiner heutigen Samstagsausgabe. Demnach sind bei en Ermittlungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs weitere Hinweise darauf aufgetaucht, dass wichtige Protokolle einer Baufirma gefälscht wurden. Am 3. März 2009 stürzte in der Kölner Innenstadt das Historische Archiv sowie zwei umstehende Wohnhäuser in einen Krater an der U-Bahn-Baustelle, zwei Menschen kamen dabei zu Tode. Die dortigen Tiefbauarbeiten werden auch weiterhin als Ursache der Einsturzkatastrophe betrachtet.

Bereits kurz nach dem Unglück kam heraus, dass aus der Baustelle ohne Genehmigung riesige Mengen Wasser abgepumpt wurden. Mit dem Wasser könnten auch Sand und Erde entnommen worden sein, was wesentlich dazu beigetragen haben könnte, dass unter dem benachbarten Archiv ein Hohlraum entstand. In den wöchentlichen Messprotokollen, die die in den Monaten vor der Katastrophe angefertigt wurden, ist jedoch festgehalten, dass ausschließlich Wasser gefördert wurde. Ein Mitarbeiter der Brunnenbaufirma Conrad, der zumindest zeitweise für die gesetzlich vorgeschriebenen Messungen der abgepumpten Sandmengen zuständig war, soll jetzt bei einer staatsanwaltschaftlichen Vernehmung eingeräumt haben, dass auch regelmäßig Sand mit abgepumpt wurde. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen habe er damals in einem speziellen Buch vermerkt und an seine Vorgesetzten weiter gegeben. Diese sollten die Werte in elektronische Listen übertragen und an die Leitung der am U-Bahn-Bau beteiligten Unternehmen (Arge) schicken, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf Insiderkreise.

Die brisanten Messdaten scheinen jedoch nicht an die betroffenen Bauunternehmen weitergeleitet worden zu sein. Als der Mitarbeiter der mit dem Brunnenbau beauftragten Baufirma mit den offiziellen Protokollen konfrontiert wurde, soll er sinngemäß gesagt haben: "Nein, die Werte kenne ich nicht, die sind nicht von mir." Eine offizielle Bestätigung dieser neuen Erkenntnisse gibt es jedoch nicht. Der Kölner Oberstaatsanwalt Günter Feld wollte dies nach Aussage der Zeitung "weder bestätigen noch dementieren". Auch von Seiten der in Thüringen ansässigen Brunnenbaufirma Conrad gab es keine Stellungnahme. Am vergangenen Mittwoch hatte die Kölner Staatsanwaltschaft die Geschäftsräume des Unternehmens durchsuchen lassen. Es bestehe demnach der Verdacht, die so genannten "Sandprotokolle" erst nach dem Unglück angefertigt wurden. Die Ermittlungen zum Einsturz der Nord-Süd-Stadtbahn sind weiterhin nicht abgeschlossen. So wird derzeit daran gearbeitet, ein so genanntes Besichtigungsbauwerk am Waidmarkt einzurichten. Erst wenn die vermeintliche Einbruchsstelle in Augenschein genommen werden kann, könnten die Ermittlungen zu einem Abschluss gebracht werden.







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