26. 05. 2012
Seite drucken
Nord-Süd-Stadtbahn: Ton zwischen Arge und Stadtspitze wird rauer
Die Auseinandersetzung um die angeblichen Versäumnisse und die dahinterliegenden Verantwortlichkeiten erreichen eine neue Phase. Auslöser war die Rede von Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters am gestrigen Mittwoch auf der offiziellen Trauerfeierlichkeit. Vor rund 300 geladenen Gästen und jeder Menge Journalisten nahm das Kölner Stadtoberhaupt Bezug zu einem Vorfall, der wenige Wochen vor der Einsturzkatastrophe geschah. So belegen Bauprotokolle, das im Februar 2009, also wenige Wochen vor dem Unglück am Waidmarkt, tatsächlich Wasser eingebrochen war. "Die KVB hatte die Gefahr erkannt und die Bauunternehmen eindringlich zur Abhilfe aufgefordert. Die Arge hatte das anders beurteilt und nichts unternommen. Es geschah nichts, obwohl Hunderte von Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer in potentieller Gefahr waren", so Roters wörtlich. Zwar formulierte auch Roters Kritik an dem KVB-Technikvorstand Walter Reinarz, die Nachlässigkeiten bei der Bauaufsicht waren für Roters jedoch eher grundsätzlicher Natur, Kritik am Gesetzgeber, der solche Möglichkeiten zuließ.
Am gestrigen Abend zeigte sich, dass die Arge unter Federführung des unter Druck geratenen Baukonzerns Bilfinger Berger diesem Vorstoß nicht folgen will. Der Vorwurf, so meldete die Arge Los-Süd, "entbehre jeder Grundlage". Tatsächlich, so führten die Bauverantwortlichen aus, habe die Arbeitsgemeinschaft "auf das angesprochene Leck in der Schlitzwand mit Sofortmaßnahmen reagiert", so der Wortlaut der Presseerklärung. Das sei durch Bilder und Bauberichte belegbar. Tatsächlich entdeckte man bereits am 21. Januar vergangenen Jahres Undichtigkeiten an der besagten Schlitzwand, am gleichen Tag seien bereits temporäre Dichtungsmaßnahmen durchgeführt worden. Sechs Tage später sei das Leck dann endgültig geschlossen worden. Der Mängelhinweis der Bauüberwachung der KVB kam jedoch erst fünf Tage nach dem ersten Auftreten der Leckage; zu einem Zeitpunk, als die Undichtigkeit bereits abgedichtet war, führte die Arge aus. Ein Bericht eines unabhängigen Prüfingenieurs belege zudem, dass durch Leckage und die anschließenden Maßnahmen kein Hohlraum entstanden sei. All das werde durch Bildmaterial, Bautagebücher und den Prüfbericht ausführlich dokumentiert, hieß es dazu abschließend.


























