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26. 05. 2012
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Nord-Süd-Stadtbahn: Vorflutung findet doch nicht statt


27.02.2010 16:49 von:

Schlagwörter: Köln,Nord-Süd-Stadtbahn,Heumarkt,Haltestelle,Flutung,Vorflutung,Grundwasserpegel

Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz haben die Verantwortlichen von Stadt, KVB und der Arbeitsgemeinschaft der bauausführenden Firmen in diesem Bereich entschieden, die Flutung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. "Die Entwicklungen des Rheinhochwasser geben uns eine neue zeitliche Chance. Wir können die Flutung verschieben, ohne Abstriche an der Sicherheit zu machen", versicherte Stadtdirektor Guido Kahlen auf der heutigen Pressekonferenz. Bei einem aktuellen Grundwasserpegel von rund 38.60 Meter und einer deutlichen Verlangsamung des Anstiegs beim Rheinpegel (derzeit rund 6,10 Meter) könnten die Beteiligten sogar das sprichwörtliche "Glück des Tüchtigen" haben. Sollten die vorhergesagten Niederschläge im Einzugsgebiets des Rheins und seiner Zuflüsse tatsächlich geringer ausfallen, könnten die Verantwortlichen auf eine Flutung des unterirdischen Haltestellenbauwerks sogar ganz verzichten. "Außerdem haben wir die Infrastruktur ausgeweitet. Wir können nun innerhalb von weniger als 15 Stunden den Flutungsvorgang sicherstellen", versicherte Kahlen weiter. Ursprünglich hatte die städtische Berufsfeuerwehr dafür einen zeitlichen Vorlauf von 36 Stunden eingeplant. Nicht wenige Besucher der Kölner Innenstadt dürften die mehr als zehn Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr aufgefallen sein, die sich auf dem Heumarkt aufgereiht hatten.

Zwar werde der Rheinpegel und parallel dazu auch das Grundwasser in den kommenden Stunden und Tagen leicht ansteigen. Aber bis zum kritischen Grundwasserpegel an der Haltestelle sind es zur Stunde noch rund 90 Zentimeter. Bei einem derzeitigen Steigungsniveau von weniger als einem Zentimeter pro Stunde bleibe in jedem ausreichend "Luft und Zeit", um auf eine Flutung doch noch verzichten zu können. Entgegen der noch am Vortag getroffenen Aussage, mit der Betonnage der Zwischendecke an der Haltestelle Heumarkt am Dienstag zu beginnen, soll die Baumaßnahme nochmals um einen Tag vorgezogen werden. Ab dem kommenden Montag, 10 Uhr, werden insgesamt 500 bis 600 Betonmischfahrzeuge an dem viel befahrenen Abschnitt ihren Beton in die Tiefe leiten. Für Autofahrer bedeutet die Großbetonnage (Gesamtmenge: 2850 Kubikmeter Beton) eine zusätzliche Belastung, denn auf beiden Seiten der dort gelegenen Hauptverkehrsachse zwischen Deutzer Brücke und Neumarkt soll ein Fahrstreifen gesperrt werden. Die Schilder werden nach Aussage von Klaus Harzendorf, Leiter des Kölner Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, ab Montagmorgen, 8 Uhr, aufgestellt sein.

Die Arbeitsgemeinschaft der bauausführenden Firmen (Arge Los-Süd) hatten bereits am gestrigen Freitag angedeutet, dass eine Flutung und sogar die relativ problemlose "Vorflutung" zum Druckausgleich des inneren Haltestellenbauwerks möglicherweise gar nicht nötig sind. Der vom staatlich bestellten Prüfingenieur festgelegte Wert von 39,50 Meter NN als kritischem Grundwasserpegel soll nur für den Zeitraum bis zur Fertigstellung der Zwischendecke gültig sein. Danach gilt für die Haltestelle Heumarkt ein kritischer Grundwasserpegel von 41 Meter NN. Die kritischen Grundwasserpegel für die anderen Haltestellenbauwerke liegen mit 43 Metern (Kartäuserhof) bzw. 43,50 Meter NN (für alle anderen Bauwerke) deutlich weiter von den aktuellen Grundwasserständen entfernt. Nach rund 36 Stunden Arbeit für die Zwischendecke dauert es noch mal mindestens 24 Stunden, bis der Beton fertig ausgehärtet ist, um dem Bauwerk die errechnete zusätzliche Stabilität zu geben", erklärte der Geschäftsführer der Arge, Stefan Roth. Reinhard Vogt, Chef der Kölner Hochwasserschutzzentrale, geht von einem "normalen" Frühjahrshochwasser mit Pegelständen von sieben Metern aus.


Linktipp:

26. Februar 2010: Nord-Süd-Stadtbahn: Arge will weiter aufklären

25. Februar 2010: Die Schwierigkeit, verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen

24. Februar 2010: Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag

21. Februar 2010: KVB lässt eigene Bauüberwachung prüfen

20. Februar 2010: KVB: Keine Mängel an den Erdankern

19.Febuar 2010: Wendeschleife an der kleinen Sandkaul ist gesperrt

18. Februar 2010: Kölner Hauptausschuss: Knappe drei Stunden Aufklärung

18. Februar 2010: Bilfinger Berger verspricht schonungslose Aufklärung

16. Februar 2010: Lob für KVB-Vorstand – Kritik an Bauausführenden>

15. Februar 2010: KVB hat zusätzliche Maßnahmen eingeleitet

12. Februar 2010: U-Bahn-Baustellen trotz Eisenklaunsicher

9. Februar 2010: KVB: Schlitzwände in den anderen Tunnelbauwerken sind sicher







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