26. 05. 2012
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Oberbürgermeister Schramma widerspricht Spiegel-Bericht
Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte gegenüber dem Nachrichtenmagazin
bestätigt, in diesem Fall Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue
aufnehmen zu wollen. In einer Stellungnahme hat Schramma nun am Sonntag
die Vorwürfe des Nachrichtenmagazins entschieden zurückgewiesen. „„Das
von der KölnMusik GmbH initiierte und organisierte Treffen mit
Kulturverantwortlichen der Stadt St. Petersburg und Verantwortlichen
der St. Petersburg Philharmonie diente ausschließlich der Förderung von
konkreten bilateralen Projekten der beiden Städte und Musikhäuser. Ich
verwehre mich nachdrücklich gegen den vorsätzlich in der Öffentlichkeit
erzeugten Eindruck einer missbräuchlichen Teilnahme an einem
„Luxustripp“. Außerdem lege ich Wert auf die Feststellung, dass die
Staatsanwaltschaft in dieser Angelegenheit kein Ermittlungsverfahren
gegen mich betreibt.
Es handelt sich hier vielmehr um einen Teilbereich aus einem von der
Staatsanwaltschaft Köln für ganz Nordrhein-Westfalen geführten
Sammelverfahren, das vor über einem Jahr eingeleitet wurde und das von
der Stadt Köln als Gesellschafterin der stadteigenen Unternehmen aktiv
zur Klärung der Sachverhalte unterstützt wird“, so Schramma. Rund
75.000 Euro soll die Reise der zehnköpfigen Reisegruppe unter Leitung
des Oberbürgermeisters Fritz Schramma gekostet haben, alleine 18.000
Euro fielen an Übernachtungskosten an, berichtet das Magazin weiter.
KölnMusik ist als städtische Gesellschaft Betreiberin der Kölner
Philharmonie. Auch dieser Darstellung widersprach das Kölner
Stadtoberhaupt. Es seien lediglich 41,70 Euro an Hotel-Nebenkosten
entstanden.
Die Kölner Staatsanwaltschaft will nun prüfen, ob der im Juni 2006 von
der Mehrheit des Stadtrats in nicht-öffentlicher Sitzung gefasste
Beschluss, die Steuerrückzahlungen für mitreisende Kommunalpolitiker
und Aufsichtsräte von den Unternehmen bezahlen zu lassen. Neben der
bereits erwähnten Reise nach St. Petersburg stehen auch andere Reisen
z.B. von städtischen Gesellschaften wie der RheinEnergie AG, der KVB,
der GAG oder der Stadtwerke GmbH auf dem Prüfstand. Immer wieder wurden
in der Vergangenheit Vorwürfe laut, solche Reisen seien vor allem
touristisch geprägt und müssten damit von den Reisenden selbst bezahlt
werden. Anfang 2006 leiteten die Ermittlungsbehörden erste Verfahren
ein, nachdem bekannt wurde, dass die Großunternehmen ThyssenGas und
E.ON Ruhrgas Reisen von Kommunalpolitikern bezahlt hatten. Die
Ermittlungen dauern bis heute an. Inzwischen ermittelt die
Staatsanwaltschaft nach Auskunft der Stadt in über 800 Fällen von
Reisen, die Aufsichtsratsmitglieder städtischer Gesellschaften zwischen
2002 und 2005 unternommen haben.
Update: Am Montagmittag gab die Kölner Staatsanwaltschaft bekannt, nun
doch ein Ermittlungsverfahren gegen Schramma einzuleiten. Zumindest in
diesem Punkt ist damit die Erklärung des Kölner Stadtoberhaupts
widerlegt.


























