26. 05. 2012
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Schlamperei an der Baustelle Waidmarkt?
Am heutigen Abend platzte erneut eine Bombe in Sachen Einsturzkatastrophe der Nord-Süd-Stadtbahn. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner morgigen Ausgabe berichten wird, soll ein beteiligter Bauarbeiter der Staatsanwaltschaft gegenüber Nachlässigkeiten beim Tunnelbauwerk eingeräumt haben. So seien in die Außenwand nicht genügend Eisenbügel eingearbeitet worden sein. Stattdessen habe man das Metall veräußert, so der unglaubliche Vorwurf in Richtung Verantwortliche. Ein Polier soll dem Kronzeugen gegenüber diese Anweisung erteilt haben, berichtete die Kölner Tageszeitung unter Berufung auf ein Geständnis der Kölner Staatsanwaltschaft gegenüber. Das Blatt berichtete zudem über einen zweiten Zeugen, der eine gleichlautende Aussage getätigt haben soll.
Am 3. März vergangenen Jahres war das Historische Archiv samt zweier Nachbargebäude in den unter der Severinstraße liegenden U-Bahn-Tunnel eingebrochen und kostete damals zwei jungen Männern das Leben. Ein drittes Wohnhaus musste kurze Zeit später abgerissen werden. Die Kosten für die Restaurierung der historischen Dokumente sollen nach derzeitigen Schätzungen bis zu einer halben Milliarde Euro verschlingen. Ein zwischenzeitlich beschlossener Neubau eines erweiterten Archivgebäudes am Eifelwall soll weitere knapp 100 Millionen Euro kosten. Die Wiederherstellung der größtenteils stark beschädigten Relikte aus der langen Kölner Stadtgeschichte wird nach Schätzungen von Experten mindestens eine Generation dauern. Die Nord-Süd-Stadtbahn selbst wird sich nach jüngsten Schätzungen der Verantwortlichen von Stadt und KVB um mindestens zwei Jahre verzögern. Ein Gutachter hatte Recherchen der Stadt-Anzeiger-Redaktion zufolge "Auffälligkeiten" gezeigt. Die Kölner Staatsanwaltschaft hatte kurz nach dem Einsturz des Archivgebäudes mit den Ermittlungen begonnen. Ob dies allerdings der alleinige Grund für die Katastrophe war, sei dem bericht zufolge eher zweifelhaft.


























