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26. 05. 2012
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U-Bahn-Baustellen trotz Eisenklau sicher


12.02.2010 17:34 von:

Schlagwörter: Köln,KVB,U-Bahn,Bilfinger,Einsturz,Rosenmontagszug,Archiv,Heumarkt

(js) Obwohl beim Bau der Kölner Nord-Süd-U-Bahn offensichtlich kräftig gepfuscht wurde, besteht keine Einsturzgefahr. Das erklärten am Freitag einstimmig Vertreter von KVB, der Stadt, der Düsseldorfer Bauaufsichtsbehörde und der Baufirma. Deshalb könne sowohl der Schull- und Veedelszöch und der Rosenmontagszug wie geplant stattfinden. Beide Zugwege verlaufen zum Teil über der neuen U-Bahn-Strecke.

Ende Januar war bekannt geworden, dass an der geplanten Haltestelle Heumarkt nicht die vorgeschriebenen Eisenklammern eingebaut wurden, die jeweils zwei Betonlamellen verbinden. Diese bis zu 40 Meter tief nebeneinander stehenden Lamellen bilden rechts und links der Bahnstrecke die Schlitzwände als Schutz für einen nach oben offenen Trog, in dem dann der eigentliche Bahntunnel gebaut wird. Dessen Stabilität sei dann nicht mehr von den Schlitzwänden abhängig, so Jochen Keysberg, Geschäftsführer der Baufirma Bilfinger Berger.

Es wird davon ausgegangen, dass Bauarbeiter die Eisenklammern gestohlen und an Schrotthändler verkauft haben – zum Tatzeitpunkt waren die Preise für Schrott stark gestiegen. An einer Stelle wurde vor wenigen Tagen bei einer Überprüfung festgestellt, dass nur 17 Prozent der vorgeschriebenen Eisen montiert worden seien. Eine Überprüfung aller Lamellen sei allerdings nicht mehr möglich.

Ein Gutachten für das von der Staatsanwaltschaft geleitete Beweissicherungsverfahren, das "Anomalien" an einigen Schlitzwänden feststellte hatte, hatte zur Entdeckung von zwei identischen Prüfungsprotokollen geführt, "die es so nicht geben kann", so Keysberg. Dies sei sofort der Kölner Staatsanwaltschaft mitgeteilt worden. Diese sei dann bei ihren laufenden Ermittlungen zum Einsturz des Stadtarchiv am Waidmarkt vor fast einem Jahr, der mit großer Wahrscheinlichkeit auf den U-Bahn-Bau zurückzuführen ist auf den Zeugen gestoßen, der Aussagen zu dem Diebstahl gemacht habe. Vorher habe man keine Veranlassung gehabt, die Lamellen zu überprüfen. Warum die eigene Bauüberprüfung das Fehlen der Eisenklammern nicht bemerkt habe, konnten die Vertreter von Bilfinger Berger nicht erklären. Sie gaben zu, dass die Kontrolle versagt habe, versprachen aber eine "schnelle und lückenlose Aufklärung" und strengere Kontrollen. Die Bauaufsicht der Düsseldorfer Bezirksregierung hatte damit eine externe Ingenieurfirma beauftragt. Pfusch bei den Lamellen soll aber nicht ursächlich für den Einsturz des Archivgebäudes sein, der zwei Menschenleben kostete. Weil der verdächtige Polier auch in Düsseldorf gearbeitet hat, wird auch dort eine U-Bahn-Baustelle jetzt untersucht.

Grundlage für die Einschätzung, die U-Bahn-Baustellen seien sicher, sind Berechnungen, die von einem Diebstahl aller Eisenklammern ausgingen. Dies sei aber in der Realität nicht der Fall. Gefährlich könnte allerdings ein Hochwasser des Rheins werden. Entsprechende "komplizierte" Berechnung liefen, für "die nächsten Tage sei allerdings nicht mit Hochwasser zu rechnen", so Keysberg. Zudem seien entsprechende Sicherungsmaßnahmen eingeleitet worden. Kölns Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Jürgen Roters waren am Vormittag von Weiberfastnacht von den fehlenden Eisenklammern informiert worden. Daraufhin habe man sofort eine Konferenz mit allen Beteiligten einberufen, so Stadtdirektor Guido Kahlen. Dabei wurden sogar Evakuierungspläne rings um die Baustelle Heumarkt entworfen, die sich dann aber als unnötig erwiesen hätten.







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