26. 05. 2012
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UNICEF wehrt sich gegen Kritik nach Rücktritt von Heide Simonis
Einen Missbrauch von Geldern habe es nicht gegeben, wohl aber
„bürokratische Schwächen“, erklärte UNICEF-Sprecher Rudi Tarneden heute
gegenüber der Presse. Allerdings habe man Schwächen, wie zum Beispiel
die fehlende doppelte Unterzeichnung von Verträgen oder andere Verstöße
gegen interne Regeln habe man jedoch von Anfang an eingeräumt, hieß es
dazu weiter. Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hatte
bereits vor Monatsfrist entsprechende Nachlässigkeiten festgestellt,
ohne den konkreten Vorwurf der Geldverschwendung bestätigt zu haben.
Das von der KPMG benutzte Wort „Unregelmäßigkeit“ entspringe jedoch der
Fachsprache der Wirtschaftsprüfer und sei zu hart, argumentieren die
UNICEF-Verantwortlichen.
Simonis sieht sich in ihrer Kritik bestätigt
Nachdem der Vorstand des Kinderhilfswerkes auf einer Sondersitzung am
vergangenen Samstag in Frankfurt am Main dem umstrittenen
Geschäftsführer Dietrich Garlichs erneut das Vertrauen aussprach, trat
die ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein zurück. Sie
wollen den Weg für einen Neuanfang machen, gab aber auch zu verstehen,
dass die Verstöße gegen die selbst aufgestellten Regeln der
Organisation unverzichtbar seien. Nur so lassen sich Abläufe
nachvollziehen, so Simonis in ihrer Stellungnahme weiter. Die UNICEF
wollte am heutigen Montag dies nicht kommentieren. Mutmaßungen der
Bild-Zeitung, Simonis wäre zum Rücktritt gedrängt worden, wollte man
von offizieller Seite aus nicht bestätigen.
Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt auch weiterhin gegen den
UNICEF-Geschäftsführer Dietrich Garlichs wegen des Anfangsverdachts der
Untreue. Der am Samstag mit der Aufsicht des Kinderhilfswerks betraute
Übergangsvorsitzende Reinhard Schlagintweit stellte sich hinter seinen
Geschäftsführer. So habe man vielleicht manches falsch eingeschätzt,
jedoch „nichts Unrechtes“ getan, erklärte Schlagintweit gegenüber der
Nachrichtenagentur ddp. Den Vorwurf der Geldverschwendung und Untreue
bezeichnete der neue Vorsitzende als falsch.
Aktualisierung: 5.2.2008, 20:15 Uhr
Am Dienstagabend meldete die Nachrichtenagentur dpa, dass
UNICEF-Geschäftsführer Garlichs erstmals Fehler eingeräumt habe. Einem
entsprechenden Bericht zufolge soll es sich dabei Garlichs' Aussagen
zufolge um "Schlampereien" gehandelt haben, die man nun abstellen
wolle. Zugleich kündigte die Führung des Kinderhilfswerks für den
morgigen Mittwoch eine Pressekonferenz an, auf der man erläutern will,
wie solche Ungereimtheiten zukünftig vermieden werden soll. Inzwischen
hat sich sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Auseinandersetzung
eingebracht. Sie forderte die Verantwortlichen dazu auf, die Vorwürfe
schnell zu klären. Einige prominente Unterstützer, unter ihnen Sabine
Christiansen, sind unterdessen auf Distanz zum Kinderhilfswerk
gegangen. Auch unter den ehrenamtlichen Helfern gibt es jüngsten
Presseberichten zufolge Unruhe.


























