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26. 05. 2012
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1111 Unterschriften für 1700 Jahre Deutzer und Kölner Stadtgeschichte


19.10.2010 15:03 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Deutz,1700 Jahre,Stadtgeschichte,Ausgrabungen,Fortis Colonia,Oktober,U

Erst vor etwas mehr als zwei Wochen riefen das Römisch-Germanisches Museum und das städtische Amt für Landschaftspflege und Grünflächen (Bauherr des Regionale2010-Projekts Rheinboulevard) zum Fototermin. Auf einem gemeinsamen Presserundgang erläuterten der stellvertretende Museumsleiter Dr.. Marcus von Trier und Dr. Joachim Bauer die bereits gefundenen Überreste der bis in die spätrömische Ära zurückreichenden Mauerreste. Auch der mittelalterliche Wehrturm und das Fundament von Alt-St.Urban wurden bereits in Teilen freigelegt. Nun müsse das gesamte Areal dokumentiert werden, ehe man anschließend entscheiden muss, was aus denkmalpflegerischer Sicht aufbereitet und was wieder eingebuddelt werden soll. Schon vor dem offiziellen Pressetermin Ende September warnte der Verein Fortis vor einer unwiederbringlichen Zerstörung von historischen Kulturgütern. Sie fordern einen sofortigen Baustopp für die geplante neue Hochwasserschutzwand. Die Bauarbeiten sollen nach derzeitigen Planungen bereits Anfang November dieses Jahres beginnen. Zwar gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen innerhalb der verschiedenen beteiligten Dienststellen. Der relativ enge Zeitplan bis zur Realisierung, der notwendige Hochwasserschutz sowie ein urheberrechtlich geschützter Preisträgerentwurf lässt die Sorgen der Bürgerinitiative Deutz und des Vereins Fortis Colonia e.V. nicht unbegründet erscheinen.

"Das rechte Rheinufer wurde seit dem Jahr 1243 bis heute zehn Mal zerstört, wir wollen die elfte Zerstörung verhindern", so der promovierte Historiker und Mitglied im Fortis-Vorstand, Dr. Rudolf Schmidt. Zwar sei der Hochwasserschutz derzeit behelfsmäßig hergestellt, doch der Architekt pocht auf seinem Entwurf und für das Projekt geht es darum, keine allzu langen Verzögerung in der Realisierung hinzunehmen, will man den vorgeschrieben Rahmen der Regionale 2010 erfüllen. "Zunächst wird das Römisch-Germanische Museum das Areal dokumentieren, dann wird entschieden, was unter der Erde bleibt und was nicht", erläuterte der von der Bürgerinitiative beauftragte Architekt Jan Horstmann, selbst mit einem Büro in Deutz vertreten. Statt der vorgesehenen Verschwenkung der nördlichen Schutzmauer weg vom Rheinufer wollen die Unterschriftensammler die geplanten Hochwasserschutzwand samt Fundament liebe um einige Meter in Richtung Rhein verschieben. Das aber würde in dem kurzen Teilstück den Gesamtentwurf des siegreichen Berliner Architektenbüros maßgeblich verändern. Erste Versuche der Initiatoren zur Kontaktaufnahme wurden freundlich, "aber in der Sache bestimmt" zurückgewiesen.

Die Verantwortlichen von Fortis und Bürgerinitiative wollen trotz der bestehenden Unsicherheit den Dialog konstruktiv gestalten. Die abgegebenen Unterschriften sollen denn auch vor allem eines zeigen. Dass die Deutzer im Jahr 1700 nach ihrer baulichen Gründung das Herz der rechtsrheinischen Stadtgeschichte so weit es geht erhalten wollen. "Wir wollen nicht gegen die Stadt arbeiten sondern mit ihr gemeinsam. Deshalb haben wir auch gleich mehrere Alternativvorschläge ausarbeiten lassen", fasste Thomas-Georg Tumblau von der Initiative "Bürger für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Deutz" den eigenen Ansatz zusammen. "Vor allem der Zeitplan macht uns Sorge", so Tumblau weiter. Ginge es nach den ursprünglichen Planungen von Stadt und Preisträger soll die Hochwasserschutzwand ziemlich genau das hochmittelalterliche Fundament von Alt-St.Urban aus dem 9. Jahrhundert durchkreuzen. Der Siegerentwurf für das mit Landesmitteln geförderte Regionale 2010-Projekt "Rheinboulevard" beinhaltet zwischen Deutzer und Hohenzollernbrücke eine fast 500 Meter breite Freitreppe zum Rheinufer hin. Immerhin gebe es innerhalb der Stadtverwaltung aber auch Dienststellen, die sich einer möglichen Planänderung nicht gänzlich verweigern. Aber Hochwasserschutz und Kostenrahmen sind Argumente, die von den städtischen Beteiligten mehr als einmal genannt wurden, bestätigten die Organisatoren der Unterschriftenaktion abschließend.


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