26. 05. 2012
Seite drucken
Bürgerpläne für das Helios-Gelände: Kultur ja, Einkaufen nein
(ehu) 700 – so die „Bürgerinitiative Helios“ – waren gekommen, um am Wochenende in einem arbeitsgruppen-reichen Workshop ihre Ideen zur Bebauung des Helios-Geländes zu entwickeln. Das Ergebnis wird nach den Protesten im Vorfeld Investor Paul Bauwens-Adenauer nicht überraschen: Fast keiner will dort mehr Geschäfte haben. Und schon gar kein Einkaufszentrum, wie es Bauwens-Adenauer zu Beginn vorschwebte.
Kultur (24 Prozent), Grün- und Parkflächen (22), Arbeitsplätze für die Kreativ-Wirtschaft und Gastronomie (je 13) sowie Wohnen (12) führen die Wunschliste für die Umgestaltung des rund 40.000 Quadratmeter großen Karrees an. Einigkeit herrscht darüber, dass das Gelände zwischen Venloer Straße, Ehrenfeldgürtel, Vogelsanger Straße und Heliosstraße nach seiner Erschließung autofrei bleiben soll und durch sich kreuzende Fußwege erschlossen wird. Ein Durchbruch unter der Bahnlinie Köln-Aachen soll die Verbindung zum Bezirksamt und einem Parkhaus herstellen.
Die meisten plädieren für die Rheinlandhalle als Ort für Kultur
Was die künftige Nutzung betrifft, ist man sich zwar einig, dass sie vielfältig sein soll und kein Nutzungszweck dominiert. Wie dies aber im einzelnen aussehen könnte, dazu gibt es die unterschiedlichsten Vorstellungen sowohl hinsichtlich Gewichtung und Platzierung. Mehrheitlich wird für eine Umwandlung der denkmalgeschützten Rheinlandhalle unterhalb des Ehrenfelder Leuchtturms in einen Saal für kulturelle Veranstaltungen plädiert, aber auch eine Markthalle können sich einige dort vorstellen.
Vielfältig sind die Vorstellungen über die Art der Wohnungen, unterschiedlich auch, ob die bestehende „Handwerkermeile“ entlang der Heliosstraße beibehalten werden soll. Einen gewissen Charme hat die Idee, diese Straße in einen „shared space“ umzuwandeln, bei dem sich Autos, Radfahrer und Fußgänger gleichberechtigt den Platz teilen. Unklar ist der Umgang mit bestehenden, zum Teil langfristigen Mietverträgen. Das „Underground“ soll erhalten bleiben, wobei auch ein anderer Standort denkbar ist.
Die „Integrative Universitäts-Schule“ finden nicht alle gut
Für Zustimmung hatte im Vorfeld der Plan der Universität gesorgt, dort eine (städtische) „Integrativen Universitäts-Schule“ zu bauen. Dort würden behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet, die Universität bildete dort Lehrer aus. Diese Schule würde dem Selbstbild vieler von Ehrenfeld als einem multikulturellen und toleranten Stadtteil entgegenkommen.
Doch der prognostizierte Platzbedarf von bis zu 25.000 Quadratmetern schien viele abgeschreckt zu haben, in einigen Modellentwürfen taucht die Schule nicht auf. Die Stadt, die ihre Experten aus der Verwaltung als Berater zum Workshop ins Berufskolleg abgesandt hatte, hat allerdings platzsparende Alternativen wie einem viergeschossigen Bau vorgelegt. Außerdem lockt die öffentliche Nutzung etwa von Schulmensa- und Sporthalle.
Im März soll ein zweiter Workshop stattfinden. Bis dahin wird die Stadt die vorgelegten Ideen prüfen und bearbeiten. Die Bürgerinitiative hofft, dass dies in der erforderlichen Transparenz geschieht. Vielleicht wird bis dahin auch der Plan konkreter, dass Bürgerinnen und Bürger zumindest Teile des Helios-Geländes kaufen, um es nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Zahlungszusagen über 25.000 Euro sollen schon vorliegen.




























