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Köln-Junkersdorf: Kein Karneval im Limelight


22.02.2011 02:25 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Junkersdorf,Limelight,2011,Februar,Landgericht,Urteil,Kläger,Abendvera

Das Limelight im Kölner Stadtteil Junkersdorf steht nun möglicherweise doch vor dem Aus. Das Landgericht Köln hatte Ende vergangener Woche verfügt, dass zukünftig Veranstaltungen nach 21 Uhr in der beliebten Location auf dem Areal der ehemaligen belgischen Kaserne nicht mehr stattfinden dürfen. Erst im Sommer vergangenen Jahres drohte dem Veranstaltungsort mitten im neuen Wohngebiet am Stadtwald das Aus. Doch nachdem sich Betreiber und Stadtverwaltung auf ein Prozedere wegen einer strittigen Baugenehmigung einigen konnten, steht der Betreiber der Event- und Veranstaltungslokalität, Hans Peter Lindner erneut vor einem Scherbenhaufen. Im Gegensatz zur damaligen Situation scheint jedoch nun eine schnelle unbürokratische Lösung außer Sicht. Zwei Anwohner hatte vor dem Kölner Landgericht gegen die abendliche Belegung der Veranstaltungslokalität Klage eingereicht. Diesem Anspruch gaben die Kölner Richter nun Recht.

Konkret legte das Gericht dem Betreiber Hans-Peter Lindner weitere Pflichten auf. So muss nach dem Gerichtsbeschluss der letzte Gast die Lokalität bis spätestens 22 Uhr verlassen haben. Es gilt – wie in Wohngebieten üblich – die zulässige Lärmobergrenze von 35 db, was dem Geräuschpegel eines leisen Gespräches entspricht. "Selbst Unterhaltungen in normaler Zimmerlautstärke sind damit künftig in Junkersdorf rund um das "Limelight" ab 22 Uhr abends verboten", kommentierte der enttäuschte Betreiber das Urteil. Auch die Tatsache, dass bereits im rechtsgültigen Bebauungsplan höhere Messungen an Hintergrundgeräuschen festgestellt wurden, beeindruckte die Richter nicht. "Die durch die Antragssteller glaubhaft vorgebrachten Tatsachen zu den nächtlichen Lärmbelästigungen, die nun schon seit Jahren andauern, verleihen ihrer Rechtsposition ein überwiegendes Gewicht", zitierte Lindner aus der Urteilsbegründung. Eine Anhörung von Stadt oder dem Betreiber selbst habe es hingegen nicht gegeben, so ein weiterer Kritikpunkt. Auch hätten die beiden klagenden Parteien bislang das angebotene Mediationsverfahren abgelehnt.

Nachdem im Hochsommer eine Auseinandersetzung um eine Baugenehmigung eine zweimonatige Pause nach sich zog, hatte der Betreiber das "Limelight" im September vergangenen Jahres wieder geöffnet. Das Urteil ist jedoch sofort zu vollziehen, wie es im Amtsdeutschen heißt. Das bedeutet unter anderem, dass die Karnevalsfeier der Großen Junkersdorfer Karnevalsgesellschaft nun an einen neuen Veranstaltungsort umziehen muss. Für den Betreiber geht es nun erneut ans Eingemachte. "Ob das "Limelight" unter diesen Beschränkungen noch eine Zukunft hat, bleibt abzuwarten. Alle Abendveranstaltungen sind dort mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres eingestellt", schrieb Lindner in seiner Stellungnahme zum Urteil. Außerdem wolle man gegen den Eilentscheid des Gerichts Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einreichen.


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