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26. 05. 2012
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Severinstraße: Nach acht Jahren wieder freie Fahrt


25.10.2010 13:16 von:

Schlagwörter: Köln,Südstadt,Severinstraße,Wochenende,Eröffnung,Sanierung,Fahrbahn,Radfahrer,Fl

Die gute Nachricht vorneweg. Die Severinstraße ist zwischen der Behelfsbrücke über den Perlengraben und der Severinstorburg wieder frei befahrbar. Zwar wird an einigen Stellen noch der letzte Feinschliff angelegt. Der zwischenzeitlich erreichte Baufortschritt ließ die Verantwortlichen aber dann doch einen offiziellen Termin einlegen mit einer deutlichen Botschaft. Es geht wieder aufwärts in der Severinstraße. Die litt wie keine zweite Straße im Kölner Stadtgebiet unter den Baumaßnahmen der Nord-Süd-Stadtbahn. Nachdem bereits im Jahr 2004 die Kirche St. Baptist sich bedrohlich zur Seite neigte und abgestützt werden musste, rappelte es auch in den Häusern der Anwohner und Anlieger in der historischen Verkehrsachse. Immer wieder wurden ganze Bereiche der Straße als Baustelleneinrichtung genutzt und damit für Verkehr und Fußgänger gesperrt. In den vergangenen Monaten ließ die Stadt dann für rund 1,7 Millionen Euro die Fahrbahndecke im gesamten Bereich neu auftragen. Herauskam eine gelungene Gestaltung ohne Bürgersteige. Die Straße selbst wurde im Zuge der Neugestaltung etwas schmaler, die Bürgersteige dafür deutlich breiter. Die neue Severinstraße ist zudem Ergebnis einer intensiven Beteiligung vor allem mit den Geschäftsleuten des Viertels. Und das Ergebnis überzeugt die Verantwortlichen.

"Es ist einfach schön geworden. Die Stadt hat uns zugehört", lobte Vorstandsmitglied Pfös bei der heutigen Veranstaltung. Die Geschäftsleute werden sich am bevorstehenden Wochenende an zwei verkaufsoffenen Wochenendtagen auf ihrer neu gestalteten Flaniermeile präsentieren. "Dann ist für uns offizielle Eröffnung", bestätigte Pfös. "Es war ein langer Prozess, aber mit Abschluss der Bauarbeiten wird die Severinstraße wieder zu einer attraktiven Einkaufsmeile", lobte auch Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters das Ergebnis der Baumaßnahmen. Auch Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) zeigte sich beeindruckt von der neuen großzügig anmutenden Raumgestaltung. Insbesondere die breiteren Bürgersteige und die neuen Poller, die sich auch als Behelfssitzplatz nutzen lassen, sind nach Ansicht des Grünen-Kommunalpolitikers gelungen. Schon im Jahr 2002 – lange vor den eigentlichen unterirdischen Bauarbeiten zur Nord-Süd-Stadtbahn – entwickelten die Stadt Köln und die beteiligten Anwohner und Anlieger ein gemeinsames Konzept zur Neugestaltung. Schnell waren sich die Beteiligten einig, die neue Severinstraße auf einer Ebene anzulegen. Und im Laufe der Zeit führten die Verantwortlichen noch andere Besonderheiten ein. So werden beispielsweise Außengastronomieflächen im Bereich der Parkstreifen zugelassen, wie der Leiter des Kölner Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, Klaus Harzendorf erläuterte. Die wichtigste Botschaft aber lautete: "Der Zeitplan wurde eingehalten".

Wie hoch das Frustpotenzial der betroffenen Anwohner tatsächlich ist, wurde bei verschiedenen Zwischenrufen deutlich. Viel zu lange habe es gedauert und überhaupt sei der U-Bahn-Bau eine einzige Katastrophe, diesen Vorwurf hörte man mehrfach. Zumindest die Oberflächengestaltung konnten dank der guten Zusammenarbeit mit den Bauausführenden rechtzeitig zum Monatsende abgeschlossen werden. Allerdings wird die Severinstraße auch in den kommenden Monaten und Jahren nicht wirklich zur Ruhe kommen. Schon jetzt laufen die Ausschreibungen für die Gestaltung der Haltestellenzugänge an der U-Bahn-Haltestelle Kartäuserhof, wie KVB-Projektleiter Rolf Pabst erläuterte. Im Sommer kommenden Jahres werden die Arbeiten dann beginnen. Dafür werden auf der Severinstraße auch wieder Einrichtungsflächen gebraucht, von den Bauarbeiten ganz abgesehen. Die KVB will sich jedoch mit den Ausführenden auf ein möglichst effektives Baustellenmanagement verständigen. Ein halbes Jahr Dauerbaustelle mit Schmutz, Lärm und Verkehrssperrungen aber soll es nach dem Willen der Verantwortlichen nicht geben.

Insgesamt wurden bei der Sanierungsmaßnahme 260 Poller des neuen Typs eingesetzt. An den Seitenränder ließ die Stadt darüber hinaus rund 600 so genannte Bodenstrahler installieren. Die sollen auf der Einkaufsstraße auch in den Abendstunden eine entsprechende Atmosphäre bescheren. An den Überwegen und Kreuzungen hat die Stadt überdies so genannte Leuchtpoller einbauen lassen. Insgesamt wurden 3500 Quadratmeter Fahrbahn und 6500 Quadratmeter Gehweg neu verlegt. Die Gehwege sind nun bis zu fünf Meter breit, die Fahrbahn wirkt mit rund vier Metern deutlich schmaler. Auch die Straßenbeleuchtung, ein Blindenleitsystem sowie 40 neue Sinkkästen zur Entwässerung wurden installiert.


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