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26. 05. 2012
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Stadt, Bezirksregierung und Polizei arbeiten an Konzept gegen Straßenstrich


07.12.2010 15:24 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Meschenich,Süden,Straßenstrich,Rivale,Bande,Kriminalität,Prostitution,

Es ist manchmal wie Sodom und Gomorra. An einigen Stellen des Stadtteils Meschenich sowie rund um die Kreuzung Brühler Landstraße / Militärring hat sich seit längerer Zeit ein Straßenstrich etabliert, sehr zum Unwillen der Anwohner und Anlieger. Nun wollen die Stadt Köln, die Bezirksregierung und die Kölner Polizei gemeinsam ein Konzept erarbeiten, wie die zunehmende Straßenprostitution in diesem Bereich eingedämmt werden kann. Auch über eine mögliche Änderung der Sperrbezirksverordnung denken die Verantwortlichen nach, wie die Stadt Köln am heutigen Dienstag verkündete. Neben dem offensichtlichen Straßenstrich mit den leicht bekleideten Liebesdienerinnen am Straßenrand gibt es zunehmend auch Verkehr in Wohnwagen. Gleich mehrere Fachämter der Stadt Köln sind in die Beratungen einbezogen, verriet die Stadt weiter. Darunter befinden sich das Amt für öffentliche Ordnung, das Gesundheitsamt und das Kassen- und Steueramt. Ferner sind das Finanzamt/Steuerfahndung, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit und die Polizei wegen der aktuellen Situation im Kölner Süden im kontinuierlichen Austausch, wie die Stadt bestätigte.

Breiter Konsens angestrebt

Um einen weitgehenden Konsens zu erreichen, sollen auch die Ratsfraktionen, die Bezirksvertretung Rodenkirchen sowie soziale Hilfsorganisationen in die Beratungen einbezogen werden. Nach Feststellung von Anwohnern, Mitarbeitern der Polizei und des Amtes für öffentliche Ordnung sowie Betreuerinnen des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hat sich die Problematik der Straßen- und Wohnwagenprostitution im Bereich Militärring/Brühler Landstraße und in Meschenich deutlich ausgedehnt. Nachdem die Stadt Bonn ihre Sperrbezirksverordnung vor einiger Zeit verschärft hat, sind zahlreiche Prostituierte, insbesondere aus Bulgarien stammende Frauen, in den Kölner Süden ausgewichen, so die Analyse der Experten. Die deutliche Zunahme von bulgarischen Prostituierten führt immer wieder zu Revierstreitigkeit untereinander, aber auch zu Konflikten mit den bisher dort tätigen deutschen drogenabhängigen Prostituierten, die deswegen auf das Wohngebiet Am Kölnberg in Meschenich ausgewichen sind.

Rivalisierende Gruppe streiten um das Revier

Neben rivalisierenden bulgarischen Zuhältern versuchen offenbar auch Mitglieder einer weiteren Gruppierung vom Geschäft mit der Straßenprostitution zu profitieren. Nach Erkenntnissen der Polizei kontrollieren die Mitglieder dieser Gruppierung den Wohnwagenstrich im Bereich Militärring/Robinienweg. Um welche Gruppierung es sich dabei handelt, wurde allerdings nicht erwähnt. Sie verlangen von den Frauen, die dort als Prostituierte tätig sind, eine "Wohnwagenmiete" von bis zu 100 Euro pro Schicht, wobei etliche Wohnwagen auch über Nacht genutzt werden. Bei einer unterstellten Mieteinnahme von 200 Euro pro Tag und Wohnwagen summiert sich der jährliche Umsatz allein durch die "Wohnwagenmieten" auf geschätzte zwei Millionen Euro. Ob die Frauen weitere Zahlungen leisten müssen, ist nach Ansicht der Ermittler unklar. Nicht wenige befürchten eine zunehmende Eskalation um die begehrten Plätze entlang der viel befahrenen Kölner Hauptstraßen. Nicht nur in Meschenich und rund um den Steinneuerhof formiert sich Widerstand. Auch die Anwohner der stadteinwärts gelegenen Stadtteile Marienburg und Bayenthal fordern bereits seit längerer Zeit ein wirksames Unterbinden der stillen Ausweitung des Straßenstrichs.







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