26. 05. 2012
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50 Jahre Anwerbeabkommen: Morgen ist der Höhepunkt
Am morgigen Dienstag findet am frühen Abend ab 18 Uhr ein offizieller Festakt im Historischen Rathaus statt. Der Oberbürgermeister der Millionenmetropole Istanbul Kadir Topbas wird höchstselbst an den Rhein kommen und damit einen weiteren Höhepunkt in den wochenlangen Feierlichkeiten um den 50. Geburtstag des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Deutschland setzen. Ein früherer Termin kam nicht zustande, weil der Osten der türkischen Republik gleich zwei Mal in den vergangenen Wochen von einem schweren Erdbeben heimgesucht wurde, wie der Generalkonsul der Türkei in Köln, Mustafa Kemal Basa, ausführte. Eigentlich war die Veranstaltung am 27. Oktober dieses Jahres vorgesehen. Köln ist dabei die Großstadt mit der zweitgrößten türkischen Community, nach Berlin. Geschätzte 120.000 Menschen in der Domstadt haben türkische Wurzeln, alleine beim größten Arbeitgeber in Köln, dem Autobauer Ford, haben heute rund ein Fünftel einen türkischen Hintergrund, rund 1200 Unternehmen haben die Einwandererfamilien, einige davon bereits in der vierten Generation, inzwischen gegründet und etabliert, wie Oberbürgermeister Jürgen Roters aufzählte. „Sie haben die Vielfalt bereichert“, so Roters weiter.
Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen haben auch die Kölner Verantwortlichen das runde Jubiläum gewürdigt. Neben einer Ausstellung im Lichthof des Spanischen Baus des Rathauses, gab es eine Filmreihe, Bücherlesungen, Ausstellungen und andere Kulturveranstaltungen. 26 Organisationen haben im rahmen eines Runden Tisches an der Würdigung dieses Abkommens mitgemacht. Generalkonsul Basa erinnerte daran, dass das Abkommen keineswegs der Anfang türkischer Migration nach Deutschland war. Schon vier Jahre vor dem Eintreffen der ersten „Gastarbeiter“ kamen rund 150 junge Menschen vom Bosporus an den Rhein. Sie absolvierten in Köln – viele von ihnen beim Autobauer Ford – eine Lehre. Insgesamt gab es in NRW rund 35 Veranstaltungen zum runden Jubiläum, der Kölner Festakt ist damit auch landesweit so etwas wie der inoffizielle Höhepunkt.
Der morgige Festakt ist eine halb-öffentliche Veranstaltung. Eingeladen sind die Vertreter der türkischen Migrantenorganisationen und andere geladene Gäste aus Politik, Verwaltung und gesellschaftlichen Gruppen. Nach einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt wird es auf der morgigen Veranstaltung auch eine persönliche Note geben. Gülsevim Pilge und Vural Cliker, Migranten der ersten Stunden, berichten ebenso wie die bekannte Soziologin, Prof. Dr. Nermin Abadan Unat und Ex-Ford Mitarbeiter Peter Schünemann über ihre persönlichen Erlebnisse berichten. Die türkische Sängerin Nur Kaplan wird den Abend musikalisch begleiten. Durch den Abend führt WDR-Moderatorin Asli Sevindim.


























