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26. 05. 2012
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Bürger wollen keine Rettungshubschrauber auf dem Kalkberg


29.11.2011 14:18 von:

Schlagwörter: Köln,Rettungshubschrauber,Kalkberg,Buchforst,Mülleimer,Lärm,Kahlen,Berufsfeuerwe

(ehu) Alleingelassen von der Politik, die wieder einmal Beschlüsse gegen den Willen der Bürger umsetzen will, als „Mülleimer“ für Projekte, die keiner haben will : So fühlen sich derzeit die Menschen vor allem in Buchforst, Kölns am dichtesten bewohner Stadtteil. Konkreter Anlass: die geplante Rettungshubschrauberstation auf dem benachbarten Kalkberg. Die Gefühle sind nachvollziehbar – nur zwei Ratspolitiker gaben sich auf der Informationsveranstaltung zu diesem Thema am Montag Abend zu erkennen: Jörg Detjen (Linke) und Polina Frebel (SPD). Vielleicht fehlten die anderen, weil klar war: Die Politiker sollen nur zuhören, keine Wahlkampfreden halten. Verfechter der Hubschrauberstation hätten es auch schwer gehabt: Fast ausnahmslos waren die 300 Zuhörer im Erich-Gutenberg-Berufskolleg gegen die Pläne der Stadt.

Die vertrat gute drei Stunden lang Stadtdirektor Guido Kahlen, Stephan Neuhoff, Chef der Berufsfeuerwehr, hielt sich bemerkenswert zurück. Für Kahlen ist der Kalkberg nach Prüfung von über 30 anderen Standort innerhalb der letzten sechs Jahre alternativlos. Die wichtigsten Kriterien dafür: zentrale Lage, gute Verbindung zu den 17 Kölner Kliniken, keine „signifikante“ zusätzliche Lärmbelastung.

Das Empfinden von Lärm ist etwas anderes als "objektive" Messdaten

Lärm – das war der erste große strittige Punkt. Schon jetzt ist Buchforst extrem lärmbelastet, wird umgrenzt von der Stadtautobahn, dem östlichen Einfallstor nach Köln, ist umringt von Eisenbahn, liegt unter der Einflugschneise des Flughafens. Wie so oft, wurden auch in diesem Fall subjektive und „harte“ Messdaten unterschiedlich ausgelegt. Während etwa die Hubschrauber-Demonstrationsflüge am vergangenen Wochenende als vergleichsweise „leise“ gemessen wurden, berichteten Anwohner, dass sie trotz geschlossener Fenster ihr eigenes Wort nicht verstehen konnten.

Die Pläne, den Start- und Landeplatz an der der Besiedlung entgegengesetzten Ecke des 36 Meter hohen Hügels zu bauen, konnte ebenso wenig beruhigen wie das Versprechens, dass die Stationsgebäude einen zusätzlichen Lärmschutz bilden. Auch die Zahl der letztlich nur vermutbaren täglichen Flüge wurde gestritten.

Ein bitterer Witz: Buchforster will den Kalkberg für zwei Euro kaufen

Strittig auch die mögliche Gefahr, die von der ehemaligen Deponie der Chemischen Fabrik Kalk ausgeht, insbesondere die nachgewiesenen Cyanide im Grundwasser. Laut Kahlen sind sie gering, liegen nur bei einem Drittel der erlaubten Höchstmenge. Der Kalkberg sei keine „Bombe“, eine mögliche Sanierung kein Problem. Die Tatsache, dass der aktuelle Besitzer des Kalkbergs, die GSE Grundstücksentwicklungs GmbH ihren Verkaufspreis von 2,5 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 1,5 Millionen im Vorjahr gesenkt hat, ist für die Bürger ein klares Zeichen dafür, dass mit dem Berg etwas nicht stimmt. Sollte die Stadt, wie verkündet, den Berg tatsächlich für einen Euro kaufen, blieben mögliche – und unkalkulierbare – Sanierungskosten an ihr hängen. Noch wird über den Preis verhandelt. Ein Zuhörer bot prompt zwei Euro.

Mehr als nur empört sind die Buchforster, dass etwa lang beschlossene Maßnahmen aus dem Entwicklungs- und Sanierungsprogramm „Mülheim 2020“ jetzt als Ausgleichsmaßnahmen gegen die Hubschrauberstation verkauft werden. Außerdem wirft man der Stadt vor, durch die langen Planungs- und Genehmigungsverfahren zumindest fahrlässig keine Veränderungen an Alternativstandorten verhindert zu haben. So seien am ehemaligen Standort nahe der Merheimer Klinik, der durchaus weitergeführt hätte werden können, inzwischen Wohnungen gebaut werden. Auf deren Bewohner werde Rücksicht genommen, nicht aber auf die Buchforster.

Auf Unverständnis stieß auch nach ursprünglicher Zusage die Absage des Kölner Flughafens, als Standort zur Verfügung zu stehen. Warum akzeptiere die Stadt diese plötzliche Absage? Schließlich sei Köln Mitbesitzerin. Das Schlussfazit für Marianne Arndt von der Bürgerinitiative „Buchforst soll schöner werden“: „Wie der Flughafen erteilen auch wir der Stadt eine Absage für den Standort der Rettungshubschrauberstation.“

Nach der Veranstaltung: Leere Versprechen oder Eingehen auf die Bürgerwünsche?

Was bleibt nach der oft sehr emotional, manchmal hart am Rande der Unterstellung geführten Diskussion? Für Kahlen ist der Kalkberg immer noch alternativlos. Immerhin versprach er, sich noch vor dem 8. April mit den Vertretern des „Runden Tischs Buchforst“ und der Bürgerinitiative „Buchforst soll schöner werden“ zu treffen. Wird die Rettungshubschrauberstation auf dem Kalkberg allem Widerstand zum Trotz Wirklichkeit, soll es eine Anlaufstelle für alle Bürger geben, die konkreten Lärmschutz brauchen. Am 20. Dezember soll der Rat über die Vorlage der Verwaltung entscheiden. Dass es daran noch Änderungen gibt, ist mehr als zweifelhaft.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Planungsunterlagen finden sie auch auf den städtischen Internetseiten der Stadtverwaltung unter: www.stadt-koeln.de..

 





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