26. 05. 2012
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Sprachfest im Rathaus gut besucht
Mit rund 260 Anmeldungen ist das diesjährige Sprachfest des Zentrums für Mehrsprachigkeit im Historischen Rathaus das bisher größte. Im Mittelpunkt der halbtägigen Veranstaltung, die am Nachmittag mit einem interaktiven Markt der Möglichkeiten begann und offiziell von Oberbürgermeister Jürgen Roters und der Staatssekretärin im NRW-Integrationsministerium Zülfiye Kaykin eröffnet wurde, steht das geplante Teilhabe- und Integrationsgesetz. Eigentlich sollte der Landtag Ende vergangenen Jahres über das „Artikelgesetz“ abschließend beraten. Doch nach einer erneuten, politischen Abstimmungsrunde steht nun als nächster Termin der 9. Februar 2012 zur parlamentarischen Abstimmung an.
„Vielfalt ist unsere Stärke“, lautet der Untertitel des Gesetzes. Dr. Beate Blüggel, Leiterin der Kölner Regionalstelle der RAA rechnet in diesem Jahr mit mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und zeigte sich im Redaktionsgespräch „sehr zufrieden“. 13 Stände mit rund 25 Standpartnern präsentierten dabei allerdings nur einen groben Ausschnitt der mit Sprachförderung beschäftigten und beauftragten Einrichtungen .So waren folgerichtig auch nicht alle Schulen und Kindergärten an den Ständen vertreten.
Köln: 180 Nationen machen Köln zur multiethnischen Stadt
In Köln haben rund ein Drittel aller Einwohner einen Migrationshintergrund. Auch wenn nicht alle Migranten mehrsprachig aufgewachsen sind, gewinnt die natürliche Mehrsprachigkeit auch im schulischen und vorschulischen Alltag immer mehr an Bedeutung. Auch von wissenschaftlicher Seite scheint inzwischen etabliert, dass die frühzeitige Förderung der Sprachkompetenz in der Muttersprache keineswegs das „Deutschlernen“ verdrängt oder gar ausschließt. Vielmehr, so wissen Experten des an der Universitäts ansässigen Instituts der deutschen Sprache schon seit Jahren, werde durch frühzeitige Sprachförderung – auch in der Muttersprache – die Sprachkompetenz insgesamt gestärkt. Dazu gebe es sogar neurologische Erkenntnisse, die auf den Messungen von Hirnarealen von mehrsprachig kompetenten Personen im Vergleich zur Kontrollgruppe derjenigen, die nur in einer Sprache kompetent sind, beruhen.
Ungeachtet dessen betonte Roters in seiner Begrüßungsrede die praktische Bedeutung dieser natürlichen Mehrsprachigkeit für die Stadtgesellschaft im allgemeinen, aber auch für den Schul- und Bildungsträger im Besonderen. Staatssektretärin Kaykin, das erste Kabinettsmitglied einer NRW-Regierung mit türkischem Zuwanderungshintergrund, traf bereits zu Beginn der Veranstaltung um 15 Uhr ein und ließ sich an fast jedem Stand die dortigen Konzepte und Aktivitäten erläutern. Die Landesregierung hatte bereits im vergangenen Jahr im Zuge der Vorberatungen für das neue Gesetz zahlreiche Einrichtungen im bevölkerungsreichsten Bundesland besucht, um sich einen Überblick über die Bandbreite der unterschiedlichen Angebote zu verschaffen.
Gerne hätten die Organisatoren noch mehr Stände im Lichthof des Historischen Rathauses platziert. Doch eine Verschärfung der brandschutzrechtlichen Vorschriften im Nachklang zur Duisburger Loveparade-Katastrophe machten das unmöglich. Aufmerksame Beobachter werden die auf dem Boden aufgeklebten Fluchtwege bemerkt und sich gewundert haben. Die Veranstaltung nahm jedoch, wie schon in den Vorjahren, einen durchweg ruhigen Verlauf. Im Podiumsgespräch berichteten die Stipendiaten Ewgenia und Polina Charkina sowie Muhammet Keser über ihre Erfahrungen mit dem START-Programm. Anschließend trugen Schülerinnen und Schüler der Willy-Brandt-Gesamtschule prämierte Texte ihrer Aktion „Lesekonzert“ auf Deutsch und ihren Herkunftssprachen vor.
Weitere Informationen zur Arbeit des Zentrums für Mehrsprachigkeit und Integration ZMI, einer Gemeinschaftseinrichtung der Stadt Köln, der Kölner Bezirksregierung und der Universität zu Köln, finden sie auch im Internet unter: www.zmi-koeln.de.




























