Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





26. 05. 2012
Seite drucken

15-Punkte-Programm: „Bahnknoten Köln“ soll besser werden


07.02.2012 19:00 von:(ehu)

Schlagwörter: Bahnknoten,Gutachten,Hauptbahnhof,S-Bahn,NVR,Nahverkehr,Fernverkehr

Hauptbahnhof Köln: Vor 12 Jahren erweitert – und schon wieder zu klein. Foto: ehu

Bessere Verbindungen, mehr Züge, größere Pünktlichkeit – das wünschen sich die Kölner schon lange von der Deutschen Bahn. Bislang vergeblich. Jetzt erscheint Licht am Horizont: DB und Nahverkehr Rheinland (NVR) legen ein gemeinsames Gutachten vor. Das listet 15 Maßnahmen auf, wie die Kapazität des „Bahnknotens Köln“ verbessert werden kann.

Denn die ist vor allem beim Hauptbahnhof eigentlich schon lange erreicht, wie Bringfried Belter, Leiter Vertrieb und Fahrplan der DB Netz AG, zugibt. „Wir fahren absolut am Limit“, ergänzt NVR-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich. Und der Verkehr werde noch zunehmen: Der Wirtschaftsstandort Köln wächst, das bedeutet mehr Fahrgäste. Beim Güterverkehr wird bis 2025 eine Zunahme um 65 Prozent prognostiziert.

Köln ist Deutschlands meistfrequentierter Bahnhof – auch vom Güterverkehr

280.000 Fahrgäste in Nah-, Regional- und Fernverkehr täglich machen den Kölner Hauptbahnhof zu einem der meistfrequentierten in Deutschland. Elf Strecken kommen hier sternförmig zusammen. Zwei von drei wichtigen internationalen Transitrouten laufen durch Köln. Dafür müssen – so verlangt es die EU – Trassen freigehalten werden. Das geht zulasten des nationalen Güterverkehrs. Bayer, Ford oder Lanxess beklagten sich jetzt schon über über häufige Verspätung. Die Trennung von Personen- und Güterverkehr ist somit eines der großen Ziele.

Es sind „kleine“ und „mittlere“ Maßnahmen, große Lösungen verbietet Kölns enge Bebauung. Die jeweiligen Kosten sollen sich im ein- bis zweistelligen Millionenbereich bewegen. Die Maßnahmen können unabhängig voneinander umgesetzt werden. Über die Reihenfolge entscheiden u.a. die bereitstehenden Fördermittel. Vor ihrer Umsetzung müssen sie „eisenbahnbetriebswissenschaftlich“ hinsichtlich Kosten und Nutzen überprüft werden. Es folgen dann die entsprechenden planungsrechtlichen Schritte und die Ausschreibungen.

So leer sind die S-Bahn-Bahnsteige im Kölner Hauptbahnhof nicht immer. Foto: ehu

Ein großes Ziel: S-Bahnen im Zweieinhalb-MinutenTakt

Die schnellste Entlastung erhofft man sich von einer Verlagerung des Nahverkehrs auf das S-Bahn-Stammnetz. Schon 2019 sollen die Nordseiten von Hauptbahnhof und Deutzer Bahnhof um zwei Gleise erweitert sein. So können Staus auf der Hohenzollernbrücke vermieden werden. Eine neue Leit- und Sicherheitstechnik kann einen Zweieinhalb-Minuten-Takt möglich machen. In München ist das jetzt schön möglich.

Pendler nach und von Bergisch Gladbach werden sich freuen, wenn die Strecke der S 11 endlich zweigleisig ausgebaut ist. Vorgesehen sind weiter der Anschluss Mönchengladbachs ans Kölner S-Bahn-Netz, der Ausbau von Bergischer Bahn und Erftbahn. Köln-Bonntor soll um einen Personenbahnhof mit Anschluss an die KVB-Nord-Süd-Bahn erweitert werden.

Neue Brücken sollen niveaugleiche Kreuzungen ersetzen

Störanfällig sind die niveaugleichen Gleis-„Kreuzungen“ bei Kalscheuren und Gremberg. Kommt hier ein Zug verspätet an, hat das langwirkende Folgen auch für andere Verbindungen. Brücken – amtlich „Überwerfungsbauwerke“ genannt – sollen hier Abhilfe schaffen und Staus vermeiden helfen. Um langsam fahrende Güterzüge überholen zu können, sind „Überholgleise“ bei Aachen und Sechtem geplant.

In vier Bauabschnitten wird der Westring erneuert, der Engpass Steinstraße der Schnellstrecke Köln-Frankfurt soll endlich beseitigt werden. Außerdem steht die Elektrifizierung mehrerer RE- und RB-Strecken auf dem Programm. Bis zum Jahr 2030 – so die Hoffnung – sollen in drei Zeitstufen alle 15 Punkte abgearbeitet sein.

Der heimliche Traum von einer Verbreiterung der Hohenzollernbrücke um zwei Gleise ist langfristig auf Eis gelegt. Auch die Verlagerung insbesondere der Nord-Süd-Verbindungen zum Bahnhof Deutz wird vorerst nicht weiter verfolgt. Zwar könnte dadurch der Hauptbahnhof deutlich entlastet werden, „aber die Fahrgäste nehmen Deutz nicht an“, stellt Belter fest.

DB und NVR hoffen, dass mit diesem Gutachten als „fundierter Basis“ die Chancen für den Bahnknoten Köln steigen, im Bundesverkehrswegeplan auf der Dringlichkeitsskala deutlich nach oben zu rücken. Horst Becker, Parlamentarische Staatssekretär im Landesverkehrsministerium, appelliert an die Landtagsabgeordneten, sich fraktionsübergreifend für die Verwirklichung einzusetzen. Problematisch seien allerdings die „undurchschaubaren Finanzierungsstrukturen“. Besondere Sorgen bereitet die Fortschreibung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG), die gerade zwischen Bund und Ländern verhandelt wird. Der Bund hat hier deutlich geringere Mittel angekündigt. 







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse