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26. 05. 2012
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So viel Kölner wie noch nie fahren mit der KVB


02.02.2012 17:30 von:(ehu)

Schlagwörter: KVB,2011,Fahrgastaufkommen,Steigerung,Stadtbahn,ÖPNV,barrierefrei

Die Zentrale der Kölner Verkehrsbetriebe AG KVB im Kölner Stadtteil Braunsfeld. Bild: Archiv Köln Nachrichten

Für Kölner Schwarzfahrer war 2011 ein schlechtes Jahr: Vor allem durch verstärkte Kontrollen sank ihr Anteil an den KVB-Fahrgästen auf 4,7 gegenüber 6,3 Prozent im Jahr 2010. Statt 1,6 wurden in Bussen und Bahnen 2,1 Millionen Menschen kontrolliert. Den Einnahme-Ausfall durch nicht gelöste Fahrkarten schätzt KVB-Vorstandsvorsitzender Jürgen Fenske auf 8 bis 9 Millionen Euro.

Um die Schwarzfahrerquote weiter zu senken, wurden 18 befristete Stellen im Service- und Sicherheitsbereich in unbefristete umgewandelt. Außerdem befürwortet Fenske den aktuellen Vorschlag des Verbandes der deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) das Bußgeld für Schwarzfahren von derzeit 40 auf 80, im Wiederholungsfalle auf 120 Euro zu erhöhen.

Schon im fünften Jahr hintereinander kann die KVB Rekordzahlen vermelden

Gut war das vergangene Jahr für die KVB vor allem aber, weil die Zahl der Fahrgäste schon zum fünften Mal hintereinander gesteigert werden konnte: Sie stieg gegenüber 2010 um 0,9 Prozent auf die Rekordzahl von 274,7 Millionen. Bundesweit liegt die Steigerungsrate im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) bei 0,7 Prozent.

Begleitet wurde dies von einer „ständigen Weiterentwicklung des Angebots“, so Fenske. Dazu zählen unter anderem die Verlängerung der Bahnlinie 5 in den Butzweilerhof, die Wiedereröffnung der U-Bahn-Station Breslauer Platz/Hauptbahnhof, und die Einführung des Halbstunden-Takts im Wochenend-Nachtverkehr.

Barrierefreier Zugang zu den Haltestellen ist die Aufgabe der Zukunft

Kontinuierlich ausgebaut wurde der barrierefreie Zugang zu den Haltestellen: Zwölf Rolltreppen und fünf Aufzüge wurden in Betrieb genommen, die gleiche Anzahl ist für dieses Jahr geplant. Weitere Verbesserungen sind „Großflächenanzeiger“, die an Haltestellen über die Abfahrtzeiten der nächsten Busse und Bahnen informieren. Bei laufendem Betrieb wurde die KVB-Leitstelle vom Scheidtweiler Weg an die Amsterdamer Straße verlegt.

Fenske geht davon aus, dass auch künftig die Fahrgastzahlen wachsen. So würden mehr Autofahrer das Verkehrsmittel wechseln, bedingt durch hohe Bezinkosten, oder steigendes Umweltbewusstsein. „Der ÖPNV ist der beste CO2-Vermeider“, betont er. Allerdings könnte eine steigende Nachfrage die KVB an ihre Kapazitätsgrenzen bringen. So erlaubt die Ost-West-Achse zwischen Deutzer Brücke und Rudolfplatz schon jetzt keine weitere Taktverdichtung mehr. Auf der Linie 13 immerhin konnte man zur Entlastung in der Spitzenzeit am Morgen vor allem für Schüler einen zusätzlichen Zug anbieten.

Straßenbahnen werden umgebaut: Weniger Sitzplätze, mehr Stehplätze

Alte Busse werden durch Gelenkbusse ersetzt, alte Straßenbahnen werden umgerüstet. Durch Abbau von Sitzplätzen und Wegfall der zweiten Fahrerkabine entstehen so 23 zusätzliche Stehplätze. Der Einsatz von dreiteiligen Straßenbahnen scheitert, weil nur die U-Bahn-Stationen dafür lang genug sind.

Bei den Haltestellen besteht ein dringender Sanierungsbedarf. Fenske schätzt die Kosten dafür auf 95 Millionen. Dafür müssten allerdings die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen. Er und auch andere Verkehrsunternehmen befürchten, das der Bund seine Mittel im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) kürzt. Zur Zeit weist der Bund den Ländern jährlich 450 Millionen Euro für Investitionen in die ÖPNV-Infrastruktur zu, die Verkehrsunternehmen halten 790 Millionen für erforderlich.

Sie sind auf diese Zuschüsse angewiesen, denn ohne sie könnten sie keine günstigen Fahrpreise anbieten. Der Deckungsgrad durch Fahrkarten-Verkauf beträgt bei der KVB 75 Prozent, vor zehn Jahren waren es noch 68. In Frankreich, so Fenske, seien es nur 30 Prozent.







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