26. 05. 2012
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Barrierefreiheit im Internet: Die große Unbekannte
Was bedeutet eigentlich barrierefrei im Zusammenhang mit dem Medium Internet. Immer häufiger ist von Barrierefreiheit bei der Gestaltung von Internetseiten die Rede, öffentliche Angebote sind sogar gehalten, sich an die Bestimmungen dieser Art zu halten, erst zu Beginn dieses Jahres hat unter anderem die Stadt Köln ihren kompletten Internetauftritt neu aufgelegt und dabei die Regelungen der Barrierefreiheit umgesetzt. Den meisten Bundesbürgern allerdings sind die Bedeutung und Vorteile barrierefreier Internetseiten weitgehend unbekannt, wie nun eine aktuelle Meinungsumfrage zeigt. Die Berliner Stiftung "barrierefrei-kommunizieren" hatte das Meinungsforschungsinstitut TNS EMNID mit einer repräsentativen Befragung beauftragt. Ergebnis: 80 Prozent der deutschen Internetnutzer wissen demnach nicht, was Barrierefreiheit im Internet bedeutet, bzw. wie sich barrierefreie Internetseiten von nicht-barrierefreien unterscheiden.
Dabei ist der Begriff "barrierefrei" keineswegs unbekannt. Immer häufiger wird der Begriff auch in anderen Bereichen benutzt und gewinnt damit nicht nur an Bedeutung sondern auch an Bekanntheit. So finden sich in immer mehr Städten abgesenkte Bordsteine oder taktile Führungselemente zum Beispiel an Straßenübergängen oder Bahnsteigen. Sie sollen es Menschen mit Behinderungen ermöglichen, sich ohne fremde Hilfe in ihrer Stadt zurecht zu finden. Längst ist dieser Begriff nicht mehr nur auf Rollstuhlfahrer oder andere mobilitätsbeschränkte Personen eingeengt. Auch Hör- oder Sehbehinderte fallen unter diesen Begriff bzw. profitieren von der entsprechenden Berücksichtigung. Nichts anderes ist im Internet gemeint. Dabei sind "Barrieren" im Internet auch für den ganz normalen User oftmals hinderlich. Neben dem einprogrammierten Sprachmodus für Sehbehinderte gelten die Anforderungen an Barrierefreiheit vor allem für die Verständlichkeit der dargestellten Information und die Übersichtlichkeit der Benutzerführung (auch Navigation genannt). Mehr als die Hälfte aller Befragten haben eine Website schon einmal verlassen, weil sie deren Informationen nicht verstanden haben. Etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) fand bisweilen die Navigation unübersichtlich.
Besonders deutlich werden die Mängel bei Menschen jenseits der Grenze von 60 Jahren sowie bei Schülern. Sie steigen besonders häufig aus Internetseiten aus, weil die dort verfügbaren Informationen unverständlich bzw. unübersichtlich dargestellt werden. Überraschenderweise ist dieses Phänomen bei Schülern mit 70 Prozent besonders deutlich ausgeprägt. Rund die Hälfte aller befragten Internetnutzer brachen zudem Kaufvorgänge im Internet ab, weil ihnen die Kaufvorgänge zu kompliziert erschienen. Die Anforderungen an eine barrierefreie Internetseite sind dabei von der BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung) bundeseinheitlich geregelt. Neben einer verständlichen Sprache, einer übersichtlichen Navigation sind auch die Verwendung von Alternativtexten für Bilder und Grafiken sowie die Möglichkeit der individuellen Schriftvergrößerung vorgeschrieben. Die gängigen Content-Management-Systeme verfügen inzwischen sämtlichermaßen über entsprechende Module, mit denen sich diese Vorgaben erfüllen lassen.


























