26. 05. 2012
Seite drucken
IPTV soll stärker wachsen als bisher angenommen
Bis zum Jahr 2013 soll die Zahl der IPTV-Empfänger auf über fünf Millionen anwachsen. Das ergab eine aktuelle Prognose des Eschborner Beratungsunternehmens Detecon. Damit würde der Markt für Internetfernsehen in Deutschland deutlich schneller wachsen als bislang angenommen. Basis für die optimistische Prognose sind die jüngsten Entwicklungen auf ausländischen Märkten wie Frankreich oder Italien. "Es ist absehbar, dass das Marktvolumen für IPTV in Deutschland der Entwicklung in anderen Ländern folgen wird", erklärt Thomas Grota, Managing Consultant bei Detecon. Deutschland unterscheide sich nach Meinung Grotas nicht wesentlich von den anderen IPTV-Märkten. Allerdings stellen in diesem Land die Bandbreite der frei verfügbaren Fernsehkanäle sowie die relativ hohen Rundfunkgebühren Barrieren für eine schnelle Etablierung des Internetfernsehen dar, hieß es dazu weiter.
Ein Grund für das prognostizierte Wachstum läge darin, dass die deutschen IPTV-Anbieter mit integrierten und flexiblen Produkten ihre Geschäftsmodelle neu justiert und die differenzierenden Merkmale von IPTV im Vergleich zum klassischen Broadcast und den ebenfalls internetbasierten Web- oder Peer-to-Peer-TV-Angeboten stärker herausgestellt haben. "So lassen sich viele Nutzer vor allem mit Exklusiv-Inhalten, Services wie Video on Demand sowie technischen Features wie zeitversetztem und hochauflösendem Fernsehen überzeugen. Gerade die HD-Fähigkeit lässt sich nur mit IPTV, jedoch nicht mit Web-TV erzielen", so der Experte. Grota rechnet damit, dass in den nächsten Jahren IPTV-Anbieter, die bisher vor allem Inhalte eingekauft und zu Programmen gebündelt haben, verstärkt aktiv in die Programmproduktion einsteigen. "Ein Wegweiser für die zukünftige Entwicklung bietet das Web 2.0: Hier entwickelt sich der passive Zuschauer zum aktiven Nutzer, der sein Programm individuell zusammenstellt, selbst produzierte Inhalte im Netz veröffentlicht und regen Austausch mit Gleichgesinnten betreibt. Dies treibt die Menge an Internet-Angeboten, aber vor allem durch Video Streaming auch den Datenverkehr in die Höhe", erläutert Grota. Ähnlich wie beim Web 2.0 sollten IPTV-Anbieter daher die eigene Infrastruktur und die interaktiven Aspekte konsequent weiterentwickeln. IPTV biete zudem einen direkten und unmittelbaren Zugang zu einer differenzierten Kundenbasis. Das könne effizienter als bisher genutzt werden, so der abschließende Tipp des Experten.

























