26. 05. 2012
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Köln soll eigene Domainendung werden
Nach der Ansiedlung von Deutschlands größtem Online-Vermarkter in Köln und einer viel beachteten Initiative der Kölner SPD soll nun einer weiterer Schritt auf dem Weg zur "Internethauptstadt Köln†getätigt werden. Thomas Lenz, Geschäftsführer der dotKöln Top-Level-Domain GmbH, ist Initiator, Antreiber, Lobbyist und Vermarkter einer Geschäftsidee, die so einfach wie einleuchtend ist. Warum haben Staaten mit wenigen Zehntausend Einwohnern eine eigene Länderkennung und Millionenstädte wie Köln nicht?, so die Frage, die Lenz für sich längst beantwortet hat. Doch der Teufel steckt im Detail und in den hohen Hürden der zentralen Registrierungsinstitution ICANN. 185.000 US-Dollar benötigt Lenz für die Anmeldung, genauer, für die Überprüfung der Voraussetzungen einer Zulassung.
Hintergründe und Fakten
Die Ausweitung des Adressraums im Internet durch neue Top-Level-Domains ist allerdings nicht nur für Städte und Metropolen ein neuer Trend. Auch für Markenunternehmen oder kulturelle und ethnische Gemeinschaften bieten eigene Internetendungen neue Möglichkeiten für einen unverwechselbaren und identitätsstiftenden Auftritt im Internet. Mitte März diesen Jahres hat der japanische Elektronikkonzern Canon als erste globale Marke seine Bewerbung um eine eigene Endung ".canon" angekündigt. In der spanischen Region Katalanien gibt es bereits seit knapp zwei Jahren eine entsprechende Endung für Internetadressen mit Inhalten in katalanischer Sprache. Die mehr als 40.000 Adressen belegen eindrucksvoll die bestehende Nachfrage nach lokaler Identität im globalen Netz. Weltweit ist Deutschland mit rund 13,7 Millionen Adressen mit der deutschen Länderkennung die Nummer 2. Zwar liegt die "de"-Kennung zwar deutlich hinter der Top-Level-Domain "com", aber unter anderem vor der Länderkennung für China und deutlich vor anderen "generic top-level-domains" wie ".info" oder ".org".
Engagement für Köln – ein komplexer Prozess
"Köln hat unglaublich viel Internet zu bieten. Ich begrüße daher die Initiative der Stadt in Sachen Internethauptstadt", bekräftigt Lenz im Redaktionsgespräch. Tatsächlich wäre Köln, sollten die Pläne des Internet-Pioniers Wirklichkeit werden, einer der Vorreiter in der Bundesrepublik. "In Nordrhein-Westfalen wäre Köln definitiv die erste Stadt mit einer solchen Top-Level-Domain. Ähnliche Initiativen für Städte-Domainendungen sind bislang nur aus Berlin und Hamburg bekannt", begründet Lenz seine Aussage. Für den Internetstandort Köln wäre eine eigene Endung ein sichtbarer Ausdruck, der die Marke Köln nachhaltig fördern würde.
Um jedoch diese Innovation umsetzen zu können, gibt es einige Hürden zu überwinden. Alleine der Bewerbungsprozess wird mit 185.000 US-Dollar eine erhebliche Investition darstellen.. Daneben benötigt Lenz eine Zusage der Stadt, dass seinem Plan von städtischer Seite nichts im Wege steht. Auf Landes- und Bundesebene wurden die politischen Weichen durch entsprechende Beschlussfassungen gestellt. So hat der nordrhein-westfälische Landtag bereits im Herbst vergangenen Jahres in seiner Beschlussfassung die Einführung regionaler Internet-Domains ausdrücklich begrüßt und die Landesregeierung aufgefordert, solches in NRW zu fördern und zu unterstützen. Neben den finanziellen und politischen Hürden müssen auch die technischen Voraussetzungen erfüllt werden. So muss über eine komplexe technische Infrastruktur eine hohe Erreichbarkeit gewährleistet werden, damit die späteren Domains optimal verfügbar und mit schnellen Antwortzeiten aufgerufen werden können. voraussetzt. Interessant dürfte dabei werden, wie die US-Organisation mit einer bestimmten Eigenart der deutschen Sprache umgeht, den Umlauten. Dieser auch für Köln wichtige Aspekt bezieht sich auf die internationale Kompatibilität solcher Sonderzeichen. Auch markenrechtlich gibt es noch einige offene Fragen, bevor die ICANN ihre endgültigen Richtlinien veröffentlicht. Die muss Lenz noch abwarten, bevor er Anfang kommenden Jahres seine Bewerbung in Richtung USA abgeben will. "Dann ist das Bewerbungsfenster für 45 Tage offen".
Breite Unterstützung für das neue Geschäftsmodell
Bereits jetzt gibt es nicht wenige, die sein Projekt gut finden. Auf seiner eigenen Webseite und in vielen persönlichen Gesprächen wirbt der Geschäftsmann um weitere Unterstützer, Privatpersonen wie Gewerbetreibende gleichermaßen, ohne jedoch genaue Zahlen zu nennen. "Dafür ist es noch zu früh". Mit dem Kölner Greven-Verlag hat Lenz aber bereits einen strategischen Partner an seiner Seite, der mit ihm gemeinsam die Sache vorantreiben will. Das Unternehmen dotKöln wird die Top-Level-Domains nicht direkt an potenzielle Endkunden verkaufen. Dieses Geschäft wird er Dienstleistern überlassen, die dies zusammen mit entsprechenden Webhosting-Paketen den Endkunden anbieten soll. Die Möglichkeiten, die eine neue Top-Level-Domain bietet, sind jedoch enorm, so der Internet-Innovator. Virtuelle Geschäftsstraßen, aber auch große Kölner Unternehmen können damit noch deutlicher und prägnanter für den Standort, insbesondere den Internetstandort Köln, im World Wide Web Werbung machen. Gleiches gilt für Privatpersonen oder Familienwebseiten. Bereits in Kürze will Lenz eine erste Kampagne für seine Geschäftsidee einer neuen Top-Level-Domain starten. Vom Potenzial ist er überzeugt, schließlich ist Köln die viertgrößte Domainstadt der Bundesrepublik. Damit das Geschäft auch nachhaltig betrieben werden kann, sind jedoch deutlich mehr als 10.000 Kunden mit einer Webadresse, die auf ".koeln" endet, notwendig. Schließlich muss der Registrar der neuen Domainendung neben der Prüfungsgebühr auch laufende Gebühren an ICANN überweisen.
Weitere Informationen zum Internet-Startup und zur Idee von "dotkoeln" finden Sie auf der gleichnamigen Internetseite unter: www.dotkoeln.de.

























