26. 05. 2012
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Studie: Internet-Vertriebskanal beliebter als das Autohaus?
Internetkunden sind deutlich zufriedener mit ihrem Kauf als diejenigen, die ihren Pkw in einem Autohaus erworben haben. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Duisburg-Essen, genauer des dortigen CAR-Instituts. In der Studie "Neuwagenkauf im Internet vs. Autohaus" gingen die Forscher der Frage nach, ob die Autokäufer ihre Kaufentscheidung bereuen oder doch zufrieden mit dem Neuwerb sind. Das Ergebnis ist eindeutig und kein Kompliment für die Autohändler, wie die Autoren der Studie am gestrigen Donnerstag auf einer Pressekonferenz erläuterten. So würden 58 Prozent der befragten Internetkunden ihren Neuwagen im Nachhinein wieder exakt gleich bestellen, bei den klassischen Autohauskunden liegt der Anteil der zufriedenen Kunden bei lediglich 35 Prozent. "Markenübergreifende und unabhängige Beratung, schnelle Reaktionszeiten und dazu noch ein guter Preis - das sind Kundenwünsche moderner Neuwagenkäufer auf die sich Internetvermittler spezialisiert haben.", erklärte Alexander Bugge, Experte des Kölner Neuwagenportals meinauto.de.
Einer der Gründe für die deutlich höhere Zufriedenheit liegt in der Preispolitik der Internetanbieter. Im Durchschnitt erhielten die Internetkunden einen um 9,4 Prozent höheren Preisnachlass als beim Händler vor Ort, fanden die Forscher heraus. Das zeigen auch die Umfragwerte zur Einschätzung der Einkaufspreise. Das Ziel, einen möglichst günstigen Preis zu erreichen, sehen die Internetkäufer laut der Studie überwiegend als erfüllt an. 95 Prozent der Internetkäufer zeigten sich überzeugt, den für sie optimalen Kaufpreis erzielt zu haben, 87 Prozent gehen davon aus, auch im Vergleich zu anderen Neuwagenkäufern deutlich weniger bezahlt zu haben. Bei den klassischen Autohauskunden ist man weniger überzeugt, den optimalen Preis erreicht zu haben. Etwas mehr als drei Viertel der Authauskunden (76 Prozent) meinen, dass für sie persönlich auch durch größere Anstrengungen kein höherer Preisnachlass möglich gewesen wäre.
Allerdings ist auch das Medium Internet keineswegs das neue Einkaufsparadies. So fühlen sich die Internetkäufer deutlich unwohler bei der Einholung der entsprechenden Angebote. Fast ein Viertel (24 Prozent) beurteilen diese Situation als "unangenehm" oder sogar "sehr unangenehm". In Autohäusern scheint diese Hemmschwelle mit 17 Prozent Kundenbeurteilungen deutlich geringer. Dabei ist die Klientel, die ihr Fahrzeug im Internet bestellt bzw. den auf anbahnt, deutlich preissensitiver. Während unter den klassischen Autohauskunden jeder Dritte keine Vergleichsangebote einholt, waren das im Internet lediglich elf Prozent. Mehr als Hälfte haben sich ein oder zwei, weitere 27 Prozent sogar noch mindestens ein Angebot mehr eingeholt, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

























