26. 05. 2012
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TÜV Rheinland fordert besseren Schutz der Privatsphäre
Der Kölner Prüfkonzern TÜV Rheinland sorgt sich um den Schutz der Privatsphäre in sozialen Netzwerken im Internet. Der neuen Offenheit und dem leichten Zugang zu neuen Bekannten über Plattformen wie Facebook, LinkedIn oder studiVZ stehen allerdings auch Risiken gegenüber. So können unseriöse Anbieter die privaten Angaben solcher Netzwerke für die eigenen Zwecke ausnutzen, warnen die TÜV-Experten in einer am gestrigen Dienstag veröffentlichten Pressemeldung. Folgerichtig fordert der Kölner Prüfkonzern einen besseren Schutz der eigenen Mitglieder vor solchem Missbrauch. Allerdings gelte es auch, dass die Mitglieder selbst nicht allzu sorglos mit persönlichen Daten und Angaben umgehen soll.
Internet-Plafformen, die Mitgliedern eine Plattform zum Austausch privater und beruflicher Daten ermöglichen, sind längst integraler Bestandteil unseres täglichen Lebens geworden. Darum legen immer mehr Menschen virtuelle Repräsentanzen von sich an. Marktführer Facebook zählt heute weltweit mehr als eine halbe Milliarde Mitglieder, Tendenz weiter steigend. "Die meisten Nutzer unterschätzen aber die Gefahren, die die Mitgliedschaft in sozialen Online-Netzwerken mit sich bringt", meint Martin Gasper. Der IT-Fachmann und seine Kollegen zertifizieren bei TÜV Rheinland Internetunternehmen aller Art in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit. So bekommen nur solche Firmen das Prüfsiegel, die die Speicherung persönlicher Nutzerdaten auf das Notwendige beschränken und diese vor fremdem Zugriff schützen. Im Falle sozialer Netzwerke aber gibt es Anforderungen, die darüber hinausgehen. "Hier geht es nicht nur um Daten, die unbefugt erhoben und verbreitet werden, sondern gerade auch um die Informationen, die der Nutzer selbst teilweise unbewusst öffentlich macht", so Gasper weiter.
Längst bekannt ist, dass beispielsweise Personalchefs in sozialen Netzwerken nach Informationen potenzieller Bewerberinnen und Bewerber forschen. Gerade auf den privaten Netzwerken lassen sich so Informationen zur Person herausfiltern, die in einem persönlichen Gespräch möglicherweise gar nicht angesprochen werden. Das sei zwar "rechtlich bedenklich", bleibt jedoch oftmals verborgen. Gleiches gilt für Vermieter, Versicherungen und Kreditgeber. Und auch Betrüger können mit persönlichen Daten ihrer potenziellen Opfer reichlich Ungemach anstellen. Gasper forderte daher, dass die Betreiber der Netzwerk-Plattformen ihre Mitglieder vor sich selbst schützen sollen.
"Wir halten es für sinnvoll, dass ein neues Mitglied bei der Anmeldung auf mögliche Risiken hingewiesen wird", fordert der Datenschutzexperte. Eine weitere Forderung betrifft die sogenannten Default-Einstellungen. "In den meisten sozialen Netzwerken kann der Nutzer einstellen, welche Daten für wen sichtbar sein sollen. Weil aber nur die wenigsten Mitglieder davon Gebrauch machen, sollten die Grundeinstellungen so restriktiv wie möglich sein, und nur wenn der Nutzer aktiv andere Einstellungen wählt, gibt er mehr von sich preis. In der Regel ist jedoch eher das Gegenteil der Fall", so Gasper weiter.


























