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1. 11. 2014
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Domian und die "Falle Internet"


11.11.2010 04:23 von:

Schlagwörter: Köln,Twitter,Account,Domian,11.November 2010,Fernsehsendung,Falle Internet

Domian ist eine Institution im Nachtprogramm des Westdeutschen Rundfunks. Nun hat sich der Moderator erneut an ein facettenreiches Thema gewagt. "Falle Internet", so das Motto. Die Themenpalette dürfte dem entsprechen, was die meisten Bundesbürger mit Breitbandzugang inzwischen nahezu alltäglich erleben. Eine gewaltige Flut von Informations-Häppchen, per Mail, auf Internetseiten. Dem steht ein "reales Leben" entgegen. Der obligatorische Härtefall war ein Anrufer namens Thomas. Der 27-Jährige hat eine Leidensgeschichte hinter sich, war bisweilen 16 bis 18 Stunden täglich im Netz, im Chat genauer gesagt. Nun ist er gefangen, hat Familie und Freunde verloren. Selbst das Einkaufen fällt schwer. Mit schriftlich fixierten Regeln und therapeutischer Unterstützung versucht sich der junge Mann mit Internet-Karriere an den eigenen Haaren aus der "Falle Internet" herauszuziehen. Und vor einem Vierteljahr hat er damit nach zehn Jahren Nikotinkonsum aufgehört. "Ein toller Zufall", dass er gerade seine Regeln zum persönlichen Gebrauchs des Internets aufgeschrieben hatte. Unter dem Twitter-Account "redDomian" versuchte Domian dann mehrfach und vergeblich, eigene Nachrichten ins Netz zu geben. Um 1:15 Uhr stehen rund 200 "Follower" auf der Profilseite.

Das Internet und die "Abtockfallen"

Mit gleich zwei Fällen wurden Abzockmethoden im Internet thematisiert. Mit wachsender Dreistheit versuchen Internetbetrüger an die persönlichen Daten ihrer Opfer heranzukommen. "Ich war auf einer Seite im Internet und habe an einem Preisausschreiben teilgenommen", erklärte Barbara. Einen Monat danach kam die erste Rechnung ins Haus. 96 Euro sollte die Frau zahlen, in regelmäßigen Abständen erhöhten die "Gläubiger" ihren Forderungsdruck. Barbara, eigentlich Opfer des Internets, drehte den Spieß um und recherchierte den Namen der Firma über eine bekannte Suchmaschine. "Dabei fiel mir auf, wie viele Menschen eigentlich das Gleiche erlebt haben", so das "Beinahe-Opfer" "Das ist perfide", kommentierte der Moderator. Etwas "blauäugig" ging Sebastian (48) an das Internet heran. Zwei Mal wurde der Familienvater Opfer von Hundevermittlern. Ein erstes Angebot waren drei Hunde aus Kamerun. Die Anbieter wollten das Tier zu ihm fliegen, er bestellte und erhielt kurz danach Post. Er solle 300 Euro nachzahlen, damit der Hund von Großbritannien nach Deutschland geflogen werden könne. Das tat er nicht und kam so ebenfalls mit einem blauen Auge davon.

Virtuelles Mobbing und andere Gefahren im Netz

Persönliche Konsequenzen aus dem Missbrauch des weltweiten Netzes zeugten zwei weitere Anrufer. Sie wurden Opfer des Internets. In einem Fall verlor der 29-jährige Sebastian gleich fünf Auftraggeber, weil ein ehemaliger Arbeitskollege in über eine falsche Identität angeschwärzt hatte. Die Zeugnisse seien gefälscht, der Lebenslauf erlogen. Einen ehemaligen Auftraggeber habe er zurückgewinnen können, so der anonyme Anrufer, der eigenem Bekunden nach als Freiberufler in der Erlebnisgastronomie gearbeitet hatte. "Das Internet ist nützlich, aber jeder hat Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen und Informationen weiterzureichen", so der Betroffene. Nicole (27) wurde von ihrem Ex-Freund, mit dem sie zehn Jahre lang zusammen war, im Internet sogar als "Hobby-Hure" feilgeboten. Der Identitätsklau wurde jedoch schnell aufgedeckt. "Das waren maximal zwei Tage", so die Anruferin. Mit Hilfe eines Anwalts wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und der Betreiber auf die Angelegenheit aufmerksam gemacht. "Da bist du hoffentlich mit einem blauen Auge davon gekommen", so der Moderator der Sendung abschließend. Um 2 Uhr waren auf dem Twitter-Account 850 Interessenten gelistet. Man freue sich auf die nächste Sendung, wünschte die Redaktion.

Fazit der Redaktion

Eine gelungene Sendung mit Tiefgang und sehr persönlichen Einlassungen. Domian hatte Pech, sein Kollege musste den zweiten "Tweet" auf die Seite stellen. Man freue sich auf die nächste Sendung. Das tat die Redaktion zum Ende der Sendung kund und das gleich zwei Mal hintereinander. "Wenn Du ein Problem hast, werde ich Dir schon helfen", so eine weitere Anruferin in einer ausgewogenen Sendung. Domians straffe wie einfühlsame Gesprächsführung sorgt dafür, dass dieses spannende Thema niemals wirklich langweilig wurde. Intensives Gehaltradio, ruhige Fernsehbilder und eine durchwachsene Twitter-Premiere. Man darf gespannt sein, welche Rolle der neue Twitter-Account im Sendekonzept spielen wird.







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