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3. 09. 2014
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Eva Herman siegt auch in zweiter Instanz


28.07.2009 12:57 von:

Schlagwörter: Köln,Eva,Herman,Oberlandesgericht,OLG,Urteil,Geldentschädigung,Springer,Konzern,

Der 15. Zivilsenat des Kölner Oberlandesgerichts (OLG Köln) hat am heutigen Dienstag der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin und Buchautorin Eva Herman Recht gegeben. In dem Berufungsverfahren legten die Richter fest, dass der Axel-Springer-Verlag die Buchautorin nicht mehr falsch zitieren darf. Außerdem muss das Medienunternehmen der Ex-Miss-Tagesschau eine Geldentschädigung in Höhe von 25.000 Euro zahlen. Außerdem muss der Springer-Verlag eine Gegendarstellung veröffentlichen, wie die Pressestelle des Gerichts am heutigen Dienstag verkündete (Az: 15 U 37/09).

Hintergrund der gerichtlichen Auseinandersetzung beider Parteien ist eine Pressekonferenz vom 6. September 2007. Damals stellte Herman in Berlin ihr neues Buch "Das Prinzip Arche Noah – warum wir die Familie retten müssen" vor. Für große Aufregung sorgte damals ein Bericht im Hamburger Abendblatt, das die Autorin mit folgender Äußerung zitierte: "Da [im Nationalsozialismus] sei vieles sehr schlecht gewesen, wie zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter". Die Fernsehmoderatorin hatte daraufhin den Axel-Springer-Verlag auf Unterlassung dieser Zitierung geklagt. Zudem verlangte Herman eine Wiedergutmachung wegen schwerer Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte, schließlich sei sie durch die Darstellung in der Print- und der Onlineausgabe der Tageszeitung als Sympathisantin des NS-Regimes beschrieben worden. Genau das aber sei nicht der Fall, schließlich engagiere sich Herman bereits seit Jahren gegen den Nationalsozialismus.

In Wahrheit aber habe sie den Nationalsozialismus immer verabscheut, erklärte Herman nicht nur auf der besagten Pressekonferenz. Für die Ex-Moderatorin bedeutet das Urteil der Kölner Richter, die sich damit weitgehend dem Urteil des Kölner Landgerichts anschlossen, eine weitere Bestätigung ihrer Argumentation. Das Zitat sei eine Auslegung der Autorin gewesen, die sie so nicht getätigt und auch nicht gemeint hat, somit entspreche es nicht den tatsächlich gemachten Äußerungen, hieß es in der Urteilsbegründung weiter. Genau das aber hätte der Artikel kenntlich machen müssen, so das OLG. In Folge dieser Falschzitierung habe die "soziale Wertgeltung" der Tagesschausprecherin massiv gelitten, ihr öffentliches Ansehen habe schwer gelitten. Die Höhe der Geldentschädigung sei insofern gerechtfertigt, urteilten die Richter weiter. Der Aufwand, um die Zitate richtig zu stellen, wäre zudem ohne großen Aufwand zu bewerkstelligen gewesen, schließlich fielen die zur Debatte stehenden Äußerungen im freien Gespräch und nicht aufgrund einer schriftlichen Pressemitteilung. Für die beruflichen Folgen sei allerdings der Verlag nicht alleine verantwortlich zu machen.

Eine Revision ist nach dem Urteil der Kölner Richter nicht zulässig. Allerdings kann der Springer-Verlag binnen eines Monats nach der Urteilszustellung eine so genannte Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe ergeben. Das komplette Urteil wird in rund zwei Wochen auf der Urteilsdatenbank unter der Internetadresse: www.nrwe.de abrufbar sein.







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