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21. 10. 2014
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Medienforum wartet mit einer überraschenden Ankündigung


20.06.2011 23:32 von:

Schlagwörter: Köln,Medienforum.NRW,Start,Staatenhaus,2011,Juni,Hannelore Kraft,Ministerpräside

Es war die erste medienpolitische Rede der nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und sie hatte es in sich. Die SPD-Politikerin schlug den anwesenden Fachleuten aus der Medienwirtschaft nicht weniger vor als eine komplett werbefreie öffentlich-rechtliche Senderlandschaft vor. Allerdings knüpfte Kraft ihren Vorschlag an die Sicherstellung einer auskömmlichen Finanzierung. Hoffnungen setzt die Ministerpräsidentin des bevölkerungsreichsten Bundesland dabei auf das neue Gebührenmodell, das ab dem Jahr 2013 eingeführt werden soll. An der Existenzberechtigung der öffentlich-rechtliche Sendeanstalten ließ Kraft indes keine Zweifel. Mit der neuen Werbefreiheit könne zudem das Profil der Sender geschärft werden, so eine weitere Hoffnung.

Unterstützung im Grundsatz fand die Ministerpräsidentin dabei bei zwei Entscheidungsträgerinnen in der Medienwirtschaft. Monika Piel, Chefin des größten ARD-Senders Westdeutscher Rundfunk WDR, hat ebenso wenig etwas dagegen wie Anke Schäferkordt, ihres Zeichens Chefin des erfolgreichsten deutschen Privatsenders RTL. Ausschlaggebende Argumente sind neben der geringen Bedeutung von ARD und ZDF am gesamten TV-Werbemarkt (die öffentlich-rechtlichen Sender haben einen Marktanteil am TV-Werbeaufkommen von rund fünf Prozent) auch die größere Trennschärfe zwischen privaten auf der einen und eben den öffentlich-rechtlichen Sendern auf der anderen Seite. Allerdings gab es auch Kritik, diesmal jedoch von männlicher Seite. Sebastian Turner, Professor und Werbeexperte, befürchtet eine geringere Motivation, mit den eigenen Programme ein attraktives Werbeumfeld zu schaffen. Das bedingt eben auch eine entsprechend hohe Zuschauerzahl.

Bis Mittwochabend diskutieren Fachleute aus den verschiedenen Bereichen der Medienwirtschaft über die Zukunft ihrer Branche. Starke Medienfrauen, die zunehmende Konvergenz (Angleichung – Anm. der Redaktion) und weitere Entwicklungen in der Branche sollen im Austausch von Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutiert, mögliche Lösungen und Standards vorgedacht und implementiert werden. Mit Spannung erwarteten die Organisatoren außerdem die Teilnahme von Richard Gutjahr und Esra'a Al Shafei, die erstmals bei der traditionell hochkarätig besetzten Eröffnung des internationalen Medienkongresses dabei sein werden, wie der Veranstalter mitteilte.

Gerade zum Auftakt haben sich die Veranstalter in diesem Jahr etwas Neues ausgedacht. Die Zeit der so genannten "Elefantenrunden" scheint vorbei. Stattdessen wechselten Gespräche, Keynotes und Interviews in rascher Folge. Gastgeber Dieter Moor und Co-Moderator Werner Lauff bringen den Gästen des Kongresses nicht nur die Standpunkte ihrer Diskutanten nahe, sondern führen ein in eine dreitägige Veranstaltung mit über 70 Panels und rund 250 Referierenden, die sich unter dem Motto "Von Medien, Macht und Menschen." Zusammenfinden wird. Zahlreiche Experten aus den verschiedenen Medienbereichen tragen ihre Positionen vor, zwischendurch wird fleißig weiterdiskutiert. Dabei kommen auch Unternehmen wie Deutsche Telekom oder Google an prominenter Stelle zum Zuge. Immer mehr Medienschaffende sind der Meinung, dass die Entwicklung der Kommunikations- und Telekommunikationsmedien zunehmend von genau diesen mediennahen Branchenzweigen bestimmt wird.

Auch der Blick über den nationalen Tellerrand wird bis Mittwoch eines der Themen des Medienforums sein. Bereits zum Abschluss der Eröffnung wird mit Esra'a Al Shafei eine junge Digitalaktivistin aus dem Bahrein erklären, wie im Nahen Osten unter den derzeit besonders schwierigen Umständen eine Online-Community, die für Toleranz und Menschenrechte eintritt, betrieben wird. Dieser Auftakt als Mischung von Motto-Bearbeitung und der Diskussion aktueller medienpolitischer Themen setzt die Entwicklung des Medienforum.NRW zum konvergenten Medienkongress fort. "Nach den guten Erfahrungen mit der Eröffnung aus dem vergangenen Jahr, freuen wir uns, dass wir dem Publikum genau jene spannende Mischung anbieten können, die es erwartet. Unser besonderer Dank gilt den Gästen des Auftaktes, die sich auf diese interessante Konstellation und auf einen von vielen vielleicht immer noch als ungewöhnlich erscheinenden Ablauf einlassen", so Gernot Gehrke, Geschäftsführer der LfM Nova GmbH. Die Gesellschaft organisiert das Medienforum.NRW im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen.







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