19. 06. 2013
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Wer ist der Neue bei Endemol Deutschland?
Nun scheinen nach Informationen des Branchendienstes kress report die
Würfel gefallen zu sein. Marcus Wolter (40), derzeit noch
Geschäftsführer beim TV-Sender 9Live, soll bereits zugesagt haben.
Der Sender hatte in diesen Tagen offiziell bestätigt, dass Wolter als
9Live-Geschäftsführer mit Wirkung zum 30. September dieses Jahres aus
dem Münchener Medienkonzern scheiden wird. Wolter wird damit
voraussichtlich noch in diesem Jahr Nachfolger von Borris Brandt (47)
werden. Allerdings sind die Verträge
noch nicht unter Dach und Fach, wie kress report berichtet. Wolter
selbst begann seine Karriere als Aufnahmeleiter beim Kölner Musiksender
VIVA. Er gilt als Entdecker von Stefan Raab, seit er damals die
Sendeformate „Vivasion“ und „TV Total“ maßgeblich mitentwickelte. Seine
Idee eines Arbeitslosenformats, bei der sich Arbeitssuchende via Anruf
um einen Arbeitsplatz bewerben konnten, konnte sich in Deutschland
nicht durchsetzen. Wolter hatte die Idee aus dem argentinischen
Fernsehen für den deutschen TV-Markt adaptiert. Auch im Musikgeschäft
ist Wolter als Produzent aktiv (Seegang Media, Seegang Musik).
Die niederländische Muttergesellschaft hat sich mit Wolter zugleich
einen Experten für das Geschäftsfeld Call-TV an Land gezogen. In den
Niederlanden und anderen Märkten produziert Endemol schon seit Jahren
diverse Formate und mit der neuen Geschäftsführung soll der Ausbau
entsprechender Formate auch in Deutschland ausgebaut werden, mutmaßen
Branchenkenner. Ursprünglich war auch eine Lösung mit branchenfremden
Managern im Gespräch. Vorgänger Brandt hingegen trennte sich nach
Auseinandersetzung mit den Finanzinvestoren, die die Aktienmehrheit am
TV-Produzenten halten, über angeblich „überzogene Umsatz- und
Ergebnisziele“. Von 75 bis 100 Millionen Euro Umsatz in Deutschland ist
die Rede, ohne dass die deutsche Tochtergesellschaft bislang
Umsatzzahlen genannt hatte. Mit der Ernennung des neuen CEO im
Mutterunternehmen Ynon Kreiz eskalierte der Streit, Brandt musste
gehen. Entsprechend den Vorgaben der Kapitalgeber will der neue
Vorstand die Rendite des TV-Produzenten in den kommenden vier bis fünf
Jahren verdoppeln. Brandt revanchierte sich mit einem Interview in
einer großen deutschen Tageszeitung, in der er vor dem „Kaputtsparen“
der Produzenten warnte.
Weitere Hintergründe sind in der aktuellen Ausgabe des kress reports
(Ausgabe 15/2008) abgedruckt. Das neue Heft erscheint am morgigen
Freitag.






















