26. 05. 2012
Seite drucken
MFD stellt Sendebetrieb für Handy TV-Watcha ein
Wie das Unternehmen am heutigen Mittwoch bekannt gab, habe man die
Entscheidung in Abstimmung mit den Vertriebspartnern debitel, Mobilcom
und simply getroffen. Die Vertriebspartner hatten bereits im Vorfeld
Kunden dieses Dienstes über die geplante Einstellung informiert. Der Rückzug des Kölner Anbieters aus Fernsehangeboten über den
Übertragungsstandard DMB hatte sich bereits in den Monaten zuvor
abgezeichnet. Bereits im März dieses Jahres hatte MFD eigenen Angaben
zufolge den Betrieb seiner DMB-Angebote in Nürnberg, Hamburg und
München „zurückgefahren“. Auch die Vertriebspartner hatten ihre
Bemühungen in diesem Geschäftsfeld eingestellt, hieß es dazu weiter.
Konkreter Anlass für die nun erfolgte Entscheidung sei aber ein anderer
gewesen, wie die Verantwortlichen des Kölner Anbieters betonten. Der
eigentliche Grund für den Komplettrückzug sei die Forderung der
Landesmedienanstalten gewesen. Die hatten die Rückgabe der Frequenzen
gefordert. Die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten
widersprach allerdings dieser Darstellung. Der Rückzug des Unternehmens
sei freiwillig erfolgt, eine Frist vonseiten der Landesmedienanstalten
habe es nicht gegeben, ließ ein Sprecher verkünden.
Aus dem Geschäftsfeld „mobiles Fernsehen“ werde man sich allerdings
keinesfalls zurückziehen. MFD vollziehe mit dieser Entscheidung
eigentlich nur die "strategische Neuausrichtung" zum Standard DVB-H.
Die Kölner Handy-TV-Anbieter ist auch an dem Konsortium Mobile 3.0
beteiligt, das hierzulande den Sendebetrieb über DVB-H bis zum Start
der Fußball-Europameisterschaft im Juni aufnehmen soll. Dieser
Übertragungsstandard wird auch von der EU-Kommission offiziell
unterstützt, Experten rechnen daher mit höheren Erfolgsaussichten für
die Vermarktung des mobilen Fernsehen in Deutschland. Ob sich das
Geschäftsmodell allerdings tatsächlich durchsetzen wird, steht selbst
bei Branchenexperten aus der Mobilfunkwirtschaft noch keineswegs fest.
Insbesondere auf Kundenseite gebe es noch erhebliche Vorbehalte gegen
Fernsehen über Handy.
Ein weiterer möglicher Knackpunkt ist der zweite Übertragungsstandard
DVB-T, für den in jüngster Zeit Handys mit kostenlosem Empfang in den
Markt gekommen sind. Doch die Betrieber der Plattform Mobile 3.0 sehen
hier keine Gefahr, da beide Sendeformate inhaltlich und technisch
aufeinander zugeschnitten seien. Die Vorteile des Standards DVB-H
liegen unter anderem in der Möglichkeit, interaktive Angebote
einzusetzen. Diese Möglichkeit gebe es im DVB-T-Format nicht. Über die
Zahl der inzwischen angeschlossenen Handy-TV-Kunden gibt es zudem keine
offiziellen Zahlen. Experten sprechen aber von gerade einmal 10.000
zahlenden Kunden.

























