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26. 05. 2012
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RTL wird mobil


17.08.2008 22:00 von:


Wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet, startete am heutigen Montag der Vertrieb der neuen Prepaid-Karten.   Zusammen mit dem Telekom-Ableger und Handy-Billiganbieter Congstar (ebenfalls Köln) habe man sich auf die Zusammenarbeit geeinigt, berichtet die Zeitung weiter. "Wir wollen mit der Kooperation unsere Reichweite im mobilen Internet deutlich ausbauen", verriet RTL-Internetmanager Matthias Büchs dem Handelsblatt. Der Sender will damit seine Abhängigkeit vom volatilen Werbemarkt verringern, hieß es dazu weiter. Auch die Reichweite im mobilen Internet solle mit der neuen Allianz deutlich erhöht werden. RTL ist allerdings unter den großen deutschen Medienkonzernen in diesem Segment kein Vorreiter. Schon seit dem vergangenen Herbst bietet der Axel-Springer-Verlag für seine Tageszeitung „Bild“ den Dienst „Bildmobil“ an. Auch von anderen Konkurrenten gibt es bereits entsprechende Angebote, so zum Beispiel von Lidl, Tschibo oder Aldi.

Der Kölner Sender will nun diesen Gang nachvollziehen. Über seinen eigenen Handytarif soll der Kunde das RTL-Portal für mobiles Internet zukünftig kostenlos nutzen können. Will er in andere Handynetze oder ins Festnetz telefonieren, fallen zehn Cent Gebühren pro Minute an. Die Karten selbst  haben weder Vertragslaufzeit, noch Grundpreis noch Mindestumsatz, verspricht der Anbieter. Die Internetplattform rtl.de ist zwar nach jüngsten IVW-Onlinezahlen insbesondere gegenüber der direkten Konkurrenz von ProSieben und Sat1 bei Visits (Besuchern) und Pageimpressions (Seitenzugriffen) gestiegen. Im Monat Juli registrierte die Bonner Interessengemeinschaft etwas über 51 Millionen Besuche, die im Durchschnitt pro Besuch fast zehn Seiten abriefen. ProSieben liegt hingegen bei den Besuchen klar mit rund 109 Millionen deutlich vorne, aber deren Besucher bleiben statistisch nur für etwa drei Seiten auf der Webseite. Aber gegenüber der Bildzeitung im Internet hat man deutlich an Boden verloren. Deren Internetseite wurde 64,2 Millionen mal besucht und die Zahl der Seitenzugriffe lag gar bei etwas über 865 Millionen. Absolut führend nach IVW sind die Holtzbrinck-Seiten SchuelerVZ und StudiVZ mit jeweils weit über 100 Millionen Besuchern und Zugriffszahlen im einstelligen Milliardenbereich.

Ausgehend von dieser Marktentwicklung will RTL-Chefin Anke Schäferkordt in die Online-Offensive gehen und damit das auf Fernsehen spezialisierte Unternehmen um ein weiteres Geschäftsfeld erweitern. Dafür scheint Marc Schröder, der zuvor im Management der Deutschen Telekom tätig war und inzwischen die Leitung der Internettochter des Privatsenders übernommen hat, der richtige Mann. In der RTL-Internettochter arbeiten immerhin rund 200 Mitarbeiter. Nach Recherchen des Handelsblatts lag der 2006 erzielte Umsatz bei mobilen Diensten und im Internet bei rund 49 Millionen Euro. 2007 habe das Unternehmen keine Zahlen veröffentlicht. In diesem Jahr erzielte RTL in Deutschland einen Umsatz von fast zwei Milliarden Euro (1,983 Milliarden) und ein EBITDA in Höhe von 336 Millionen Euro. Vor allem beim Ergebnis erzielte RTL Deutschland innerhalb der zehn europäischen Märkte, in denen der Sender vertreten ist, eine überdurchschnittliche Gewinnsteigerung von über zehn Prozent. Der "mobile" Umsatzanteil wird allerdings auf absehbare Zeit eher marginal bleiben.

Zahlen zum Internet-Ausweisung auf IVW finden Sie auf der Homepage der Interessengemeinschaft unter: www.ivw-online.de.







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