26. 05. 2012
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RTL wird mobil
Wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet, startete am heutigen Montag der Vertrieb der neuen Prepaid-Karten.
Zusammen mit dem Telekom-Ableger und Handy-Billiganbieter Congstar
(ebenfalls Köln) habe man sich auf die Zusammenarbeit geeinigt,
berichtet die Zeitung weiter. "Wir wollen mit der Kooperation unsere
Reichweite im mobilen Internet deutlich ausbauen", verriet
RTL-Internetmanager Matthias Büchs dem Handelsblatt. Der Sender will
damit seine Abhängigkeit vom volatilen Werbemarkt verringern, hieß es
dazu weiter. Auch die Reichweite im mobilen Internet solle mit der
neuen Allianz deutlich erhöht werden. RTL ist allerdings unter den großen deutschen Medienkonzernen in diesem
Segment kein Vorreiter. Schon seit dem vergangenen Herbst bietet der
Axel-Springer-Verlag für seine Tageszeitung „Bild“ den Dienst
„Bildmobil“ an. Auch von anderen Konkurrenten gibt es bereits
entsprechende Angebote, so zum Beispiel von Lidl, Tschibo oder Aldi.
Der Kölner Sender will nun diesen Gang nachvollziehen. Über seinen eigenen
Handytarif soll der Kunde das RTL-Portal für mobiles Internet
zukünftig kostenlos nutzen können. Will er in andere Handynetze oder ins Festnetz
telefonieren, fallen zehn Cent Gebühren pro Minute an. Die Karten
selbst haben weder Vertragslaufzeit, noch Grundpreis noch
Mindestumsatz, verspricht der Anbieter. Die Internetplattform rtl.de ist zwar nach jüngsten IVW-Onlinezahlen insbesondere
gegenüber der direkten Konkurrenz von ProSieben und Sat1 bei Visits
(Besuchern) und Pageimpressions (Seitenzugriffen) gestiegen. Im Monat
Juli registrierte die Bonner Interessengemeinschaft etwas über 51
Millionen Besuche, die im Durchschnitt pro Besuch fast zehn Seiten
abriefen. ProSieben liegt hingegen bei den Besuchen klar mit rund 109
Millionen deutlich vorne, aber deren Besucher bleiben statistisch nur
für etwa drei Seiten auf der Webseite. Aber gegenüber der Bildzeitung
im Internet hat man deutlich an Boden verloren. Deren Internetseite
wurde 64,2 Millionen mal besucht und die Zahl der Seitenzugriffe lag
gar bei etwas über 865 Millionen. Absolut führend nach IVW sind die
Holtzbrinck-Seiten SchuelerVZ und StudiVZ mit jeweils weit über 100
Millionen Besuchern und Zugriffszahlen im einstelligen
Milliardenbereich.
Ausgehend von dieser Marktentwicklung will RTL-Chefin Anke Schäferkordt
in die Online-Offensive gehen und damit das auf Fernsehen
spezialisierte Unternehmen um ein weiteres Geschäftsfeld erweitern.
Dafür scheint Marc Schröder, der zuvor im Management der
Deutschen Telekom tätig war und inzwischen die Leitung der
Internettochter
des Privatsenders übernommen hat, der richtige Mann. In der
RTL-Internettochter arbeiten immerhin rund 200
Mitarbeiter. Nach Recherchen des Handelsblatts lag der 2006 erzielte
Umsatz bei mobilen Diensten und im Internet bei rund 49 Millionen Euro.
2007 habe das Unternehmen keine Zahlen veröffentlicht. In diesem Jahr
erzielte
RTL in Deutschland einen Umsatz von fast zwei Milliarden Euro
(1,983 Milliarden) und ein EBITDA in Höhe von 336 Millionen Euro. Vor
allem beim Ergebnis erzielte RTL Deutschland innerhalb der zehn
europäischen Märkte, in denen der Sender vertreten ist, eine
überdurchschnittliche Gewinnsteigerung von über zehn Prozent. Der
"mobile" Umsatzanteil wird allerdings auf absehbare Zeit eher marginal
bleiben.
Zahlen zum Internet-Ausweisung auf IVW finden Sie auf der Homepage der Interessengemeinschaft unter: www.ivw-online.de.

























