26. 05. 2012
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Vorschau M-Commerce: 2008 wird das Jahr der Suchmaschinenbetreiber
In seiner aktuellen Marktbefragung fand der Verband heraus, dass
Suchmaschinenbetreiber wie Google die größten Gewinner auf dem
Mobilfunkmarkt einstreichen werden.
Speziell die jederzeit und an jedem Ort serienmäßig via Handy
verfügbaren Suchmaschinen werden einen Boom erleben. Zumindest ist das
die Ansicht vieler Experten, wie der eco Verband der deutschen
Internetwirtschaft am Mittwoch erklärte. 80 Experten wurden vom Verband
befragt, jeder Vierte glaubt, dass die Suchmaschinenbetreiber 2008 nach
den Mobilfunkbetreibern die größten Gewinne beim Mobile Internet
einstreichen werden. "Es wird spannend, wie die zukünftige
Rollenverteilung der Mobilfunker und der Suchmaschinen sein wird. Die
Suchmaschinen übertragen ihr werbebasiertes ISP-Geschäftsmodell auf das
Handy, während die Betreiber nicht nur für die Infrastruktur sorgen,
sondern auch die Endgeräte subventionieren. Da besteht schon ein großer
Unterschied, denn die ISPs finanzieren keine PCs", betonte Dr. Bettina
Horster, Vorstand der VIVAI AG und Leiterin des Arbeitskreises
M-Commerce bei eco.
Google profitiert von Marktmacht, Yahoo besticht mit Funktionalität
Den größten Teil des Kuchens mit dem Mobile Internet und davon sind
sechzig Prozent der Experten überzeugt, wird sich Google einverleiben
mit weitem Abstand vor seinen Konkurrenten. Auf Platz zwei folgen mit
sehr großem Abstand Communities wie YouTube, flickr oder My Space (13
Prozent). Neun Prozent entschieden sich für die Mobilfunkbetreiber,
lediglich fünf Prozent der Stimmen entfielen auf so prominente
Marktteilnehmer wie eBay oder Microsoft. Jeweils vier Prozent konnten
Amazon und Yahoo! für sich verbuchen. Die große Spanne zwischen Google
und Yahoo kommt für die Expertin eigentlich überraschend. "Google
überträgt bisher nur das Konzept aus dem Internet 1:1 auf das Handy.
Yahoo dagegen bietet schon eine mobile Optimierung auf wenige, dafür
aber relevante Treffer an", so die eco-Expertin "Will der mobile Nutzer
etwas über Las Vegas wissen und gibt diesen Suchbegriff ein, erhält er
bei Yahoo! z.B. keine Hinweise zum Kinofilm ‚Leaving Las Vegas",
sondern bekommt nur nützliche Informationen zum Wetter und aktuellen
Veranstaltungen oder Gastronomie- und Hoteltipps - eben das, wonach er
auch tatsächlich sucht", beschreibt Horster den Ansatz von Yahoo.
Trotzdem werde Google eine wichtige Rolle auf diesem Markt spielen,
alleine schon wegen seiner Größe. Experten betonen jedoch, dass das
Geschäftsmodell nur dann ein Erfolg werde, wenn die Suchmaschine
bereits auf dem Handy vorkonfiguriert ist. Nach Einschätzung der
Befragten haben dies die Anbieter schon begriffen: 53 Prozent glauben,
dass die Mobilfunkbetreiber die Handys mit der entsprechenden
Konfiguration ausliefern, 19 Prozent denken, dass die Hersteller die
Voreinstellung übernehmen.
Kräftemessen zwischen Mobilfunkbetreibern und Suchmaschinen
Spannend bleibt 2008 das Kräftemessen zwischen den Mobilfunkbetreibern
und Unternehmen wie Google und Yahoo. Letztere werden auch in Zukunft
ihre "Huckepack"-Taktik weiter verfolgen und ihr ISP-Modell aus dem
Internet auch im mobilen Sektor verwenden. Kopfschmerzen bereitet
Anbietern wie Vodafone, T-Mobile, O2 oder E-Plus, dass sich die
Suchmaschinenbetreiber sich nicht an der Subventionierung der
Infrastruktur und der Endgeräte beteiligen. Den Mobilfunkanbietern
hingegen gehen die Umsätze auf den Handy-Display verloren und ihr
Zugriff auf ihre Kunden wird erschwert, weil diese nicht mehr auf den
"hauseigenen" und ziemlich erfolglosen Portalen nutzen wollen.
Vorläufig gehen Experten aber davon aus, dass die Großen der
Mobilfunkbranche vorerst diese Entwicklung mitmachen werden. Auch
Horster geht davon aus, dass von einem Ende der starken Position der
Mobilfunkbetreiber keine Rede sei.
Das Bedürfnis nach mehr Individualität - und Web 2.0 muss noch warten
Das Handy wird zudem immer stärker personalisiert und auf die
speziellen Bedürfnisse des jeweiligen Inhabers zugeschnitten werden.
"In der Gunst der Verbraucher wird neben dem "Mobile Web" vor allem die
Verwendung als persönliches mobiles Büro mit E-Mail-, Kalender- und
Kontaktfunktionen sowie die Nutzung als moderne Musikbox steigen",
berichtet Horster. Auch was die Inhalte betrifft, die eine Suchmaschine
bieten muss, stehen nach Meinung der Experten ortsabhängige (32
Prozent) und personalisierte Daten (30 Prozent) ganz oben. 17 Prozent
meinen, dass auch Bilder und Karten im Angebot sein sollten. Weniger
erfolgreich werden die Aussichten für Veranstaltungshinweise, Werbung
und Einkaufsvorschläge eingeschätzt. eco wollte außerdem wissen,
inwiefern sich im Laufe des kommenden Jahres die verschiedenen Web
2.0-Funktionalitäten auf dem mobilen Endgerät durchsetzen werden. Eine
deutliche Mehrheit der befragten Branchenkenner ist diesbezüglich der
Meinung, dass die Nutzung der Möglichkeiten von Web 2.0 vorerst noch
einer kleinen Gruppe besonders progressiver Nutzer vorbehalten bleibt
und sich erst ab 2010 zu einer Anwendung für die breite Masse
entwickeln wird. Die Internet-Expertin ist dennoch überzeugt: "Das
Handy wird schrittweise den Wandel des Verbrauchers vom passiven
Konsumenten zum aktiven Nutzer vollziehen - auch wenn die ein oder
andere Anwendung mehr Zeit braucht, um die volle Akzeptanz der Menschen
zu erreichen“, so Horster abschließend.

























