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26. 05. 2012
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Gewerkschaften kritisieren neues Redaktionsmodell im Hause DuMont


02.05.2010 06:26 von:(ehu)

Schlagwörter: Köln,Kölner Stadt-Anzeiger,DuMont,dju,DJV,Berliner Zeitung,Frankfurter Rundschau

Die Zentrale des Kölner Verlagshauses an der Amsterdamer Straße. Bild: DuMont Schauberg

Auf Widerspruch stößt die neue "Redaktionsgemeinschaft" von Kölner Stadt-Anzeiger, Frankfurter Rundschau, Mitteldeutscher Zeitung und Berliner Zeitung bei den Journalistengewerkschaften DJV (Deutscher Journalistenverband) und dju (deutsche journalisten-union/Verdi). Das Projekt der vier Abonnement-Blätter aus dem Kölner DuMont-Verlag war den Lesern des Kölner Stadt-Anzeigers am 1. Mai ganzseitig als "eine der größten und qualifiziertesten Redaktionen ihrer Art" vorgestellt worden. Sie werde "für die publizistische Landschaft prägend und wegweisend sein". Die Redaktionsgemeinschaft sei die "Antwort auf die großen Umbrüche und Herausforderungen, die auf die deutschen Tageszeitungen zukommen. Wir werden ihnen mit Qualität begegnen. Darauf sind wir stolz", schreibt Stadt-Anzeiger Chefredakteur Peter Pauls.

Die Redaktionsgemeinschaft hat ihren Sitz in Berlin und berichtet für alle vier Zeitungen im Wesentlichen über Bundespolitik sowie andere gesellschaftliche Themen. In Frankfurt sitzt das Wirtschaftsteam. Die bisherigen Politik- und Wirtschaftsredaktionen der vier Zeitungen werden damit aufgelöst. DJV und dju fürchten in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Redaktionsausschuss der Berliner Zeitung um die "Identität der beteiligten Zeitungen". Nicht nur, weil sich die Mitarbeiter am Telefon nicht mehr mit dem Namen der Zeitung, sondern als "DuMont-Redaktion" melden sollen, so Daniel Haufler, Sprecher des Redaktionsausschusses. Kritisiert wird vor allem, dass damit den einzelnen Redaktionen die autonome Entscheidung genommen werde, was berichtet werden soll. Bemängelt wird zudem, dass es für die Redaktionsgemeinschaft noch keinen Tarifvertrag gebe. "Die Arbeitsplatzunsicherheit durch Synergieprojekte und Auslagerungen muss beendet werden", so Matthias von Fintel (dju) und Michael Rediske (DJV). "Bisher ist der Konzern nicht bereit, die für die publizistische Qualität notwendige Personalstärke zu garantieren", sagen sie und fürchten um die Vielfalt der deutschen Presselandschaft.

Außerdem, so die Gewerkschaften, sei die Auslagerung der IT-Abteilungen der verschiedenen Standorte in eine neue Konzerngesellschaft geplant. Auch hier sei bislang weder Beschäftigungssicherung noch Tarifbindung garantiert. Betroffen davon seien über 100 Mitarbeiter.







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