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26. 05. 2012
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Grossisten-Verband sieht eine Zukunft für das eigene Vertriebssystem


25.10.2011 20:10 von:

Schlagwörter: Köln,Presse-Grosso,Grossisten,Urteil,BGH,Bauer Vertrieb,2011,Oktober,Revision

Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Urteils im Revisionsverfahren des Bundesverbandes der Zeitungsgrossisten Press-Grosso und der Bauer Vertriebs KG vor dem Bundesgerichtshof (BGH) haben die Standesvertreter der Zeitungs- und Zeitschriftenhändler nochmals den Stellenwert und die Bedeutung unabhängiger Grossisten betont. Nach Meinung des Verbandes habe sich das bisherige System bewährt, hieß es in einer am gestrigen Montag veröffentlichten Stellungnahme des Verbandes. Das Urteil wird nicht nur unter den Zeitschriftengroßhändlern mit Spannung erwartet, wie die Verantwortlichen von Presse-Grosso ausführten. "Es geht ja nicht nur um die privatrechtliche Frage der Rechtmäßigkeit einer unbegründeten Kündigung durch einen Verlag. Vielmehr stehen wesentliche medienpolitische Essentials wie die Neutralität und das effiziente System der gebietsbezogenen Alleinauslieferung auf dem Prüfstand“, beschrieb der erste Vorsitzende von Presse-Grosso, Frank Nolte.

Durch die Kündigung des Grossistenvertrages zwischen dem Hamburger Medienhaus und dem Mittelständler Grade, einem Mitgliedsunternehmen des Verbandes, gebe es dort akute Existenzsorgen. "Zum System des neutralen Vollsortiments-Grosso insgesamt sehe ich keine publizistisch und wirtschaftlich bessere Alternative", bekräftigte Nolte im Vorfeld der Urteilsverkündung. Zuletzt hatten beide Streitparteien auf den Münchener Medientagen die Gelegenheit für ein persönliches Gespräch, bei einer Podiumsdiskussion wollen die Verbandsoberen sogar Signale der Entspannung und des Entgegenkommens wahrgenommen haben. „erkennbar gewordene Bereitschaft auf beiden Seiten, das bewährte Grosso-System zu erhalten und weiter zu entwickeln. Ich habe die Hoffnung, dass am Ende zumindest die Kartellklage vor dem Landgericht Köln gegen unseren Verband gegenstandslos wird“, begründete Nolte seine Zuversicht.

Rückenwind erhielt der Verband zudem aus der Politik. So bezeichnete nach den Worten des Verbandes der nordrhein-westfälische Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und Vorsitzende der SPD-Medienkommission, Marc Jan Eumann, das deutsche Grosso-System in der Münchner Debatte als "wunderbares Beispiel für die Organisation von Netzneutralität". Ähnlich in der Stoßrichtung, wenn auch differenzierter in der Ausformulierung äußerte sich der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Michael Haller. Er richtete seinen Appell an die Beteiligten, das System der Quersubventionierung nicht grundsätzlich aufzugeben. Von Verlegerseite gab es zudem Lob für die stetige Weiterentwicklung der Qualitätsstandards. Die Basis dafür wurde bereits vor längerer Zeit gelegt, in einer gemeinsamen Erklärung aus dem Jahr 2004.







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