26. 05. 2012
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Pressegroßhandel senkt Vertriebspreise für Zeitschriften
Der in Köln ansässige Bundesverband des Presse-Großhandels, Presse-Grosso, hat die neuen Konditionen für den Vertrieb von Publikums- und Specialö-Interest-Fachmagazinen veröffentlicht. Die neue Preisliste gilt seit diesem Monat und sieht für die meisten Magazine deutlich niedrigere Tarife vor. Damit sollen die Fachverlage bei ihren Bemühungen um eine Reduzierung von Vertriebskosten unterstützt werden, hieß es dazu aus der Kölner Zentrale. Bundesweit sollen so Kosten in zweistelliger Millionen Euro-Höhe eingespart werden. Zugleich kündigte der Verband der Pressegrossisten eine Erweiterung des Leistungskatalogs an. Die neuen Konditionen sollen sowohl den großen Publikumszeitschriften wie auch den kleinen und monatlich erscheinenden Titel zugute kommen, versicherten die Verbandsverantwortlichen weiter.
Optimierung der Kostenstruktur und Chance für kleinere Titel
Der Kölner Verband, der als Standes- und Interessenvertretung 73 Großhandelsunternehmen mit einem Sortiment von bis zu 6000 Titeln fungiert, sieht sich selbst als "Systemdienstleisterâ€. Das bedeutet, dass die angedachten Senkungen der Vertriebskosten nicht alleine den auflagenstarken Magazinen zugute kommen soll. Die 100 umsatzstärksten Publikumszeitschriften kommen zusammen auf einen Gesamtanteil von 60 Prozent aller verkauften Zeitschriften. Zwar tragen sie durch ihr Umsatzvolumen die Hauptlast des weit verzweigten Händlernetzes, trotzdem hatte sich der Verband zum Ziel gesetzt auch Fachmagazine mit Auflagen von unter 10.000 entsprechend zu entlasten. 70 Prozent aller Titel kommen auf nicht einmal 10.000 Expemplare pro Ausgabe, ihre Remissionsquote (Rückläufer aus dem Presseeinzelhandel) liegt im Durchschnitt bei 71 Prozent. Obwohl der Vertrieb dieser Presseerzeugnisse durch den Vertrieb der großen Zeitschriften alimentiert wird, sollen die Vertriebskosten auch für diese Titel konstant bleiben.
Die sinkenden Einnahmen durch die nun umgesetzte Optimierung soll innerhalb der Großhandelsunternehmen durch einen optimierten Ressourceneinsatz gegenfinanziert werden. Am grundsätzlichen Ziel der so genannten "Überall-Erreichbarkeit" wollen die Großhändler allerdings um jeden Preis festhalten. So werden in diesem Land beispielsweise die Pressegroßhändler die Einzelhändler nicht an den Vertriebskosten beteiligt. Dabei kommen jedes Jahr weitere 600 Fachtitel zusätzlich in den Handel, 30 Prozent von ihnen werden aber nach kurzer Zeit wieder eingestellt. Vor allem Neutitel mit hoher Auflage wollen die Großhändler zukünftig besonders fördern. Insgesamt sind die Absatzzahlen von Zeitschriften allerdings rückläufig. Auch aus diesem Grund war eine Optimierung der Vertriebskostenstruktur notwendig, so der Verband abschließend.

























