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26. 05. 2012
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Wirtschaftsjournalismus: Radio und Fernsehen haben Nachholbedarf


27.08.2009 09:21 von:

Schlagwörter: Köln,IHK,Ernst-Schneider-Preis,2009,Wirtschaftsjournalismus,Berichterstattung

Es ist nicht einmal ein Kalenderjahr her, als die Pleite der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers die internationalen Finanz- und Kapitalmärkte in seinen Grundfesten erschütterte. Eilig strickten die Regierung der mächtigsten Industrienationen der Welt so genannte "Bankenrettungsschirme", um den internationalen Handel mit Krediten, den so genannten Inter-Banken-Handel am Laufen zu halten. Aber die Wirtschaftskrise wird nur von einigen Medien mit der ihr gebührenden Ausführlichkeit gewürdigt, wie die in der Kölner IHK ansässigen Initiatoren des Ernst-Schneider-Preises der Industrie- und Handelskammern (IHKs) am heutigen Donnerstag bekannt gab.

Lediglich die überregionalen Tageszeitungen und Nachrichtenmagazine hatten und haben sich mit den Ursachen, Wirkungen und schon heute spürbaren Folgen angemessen beschäftigt. Während die bekannten Printtitel wie Focus, Spiegel, Stern oder die großen überregionalen Tageszeitungen bereits breit und in einer Fülle von unterschiedlichen Perspektiven über die große Krise berichtet. Eine Sondersendung im Fernsehen muss man lange suchen. Und auch im Medium Hörfunk haben die Verantwortlichen des Medienpreises für Wirtschaftsjournalismus Nachholbedarf ausgemacht. Die Organisatoren des Trägervereins stützen sich bei ihrer Beurteilung auf die Analyse von über 1000 Beiträgen des diesjährigen Wettbewerbs. Symptomatisch: Wenn in Mallorca ein paar Tausend Urlauber mit einer mittelschweren Grippe heimfahren, ist die Medienpräsenz um Einiges größer, als wenn die internationalen Kapitalmärkte am Rande des Abgrunds stehen. Gemessen haben das die Autoren der Studie an der Anzahl der Sondersendungen bei ARD und ZDF.

Gerade die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sieht der Vorsitzende des Trägervereins Ernst Schneider Preis e.V., Walter Richtberg, eine wichtige Aufgabe. Ähnlich wie in anderen Segmenten sollten sich die Öffentlich-Rechtlichen darauf konzentrieren, eigenen Sachverstand aufzubauen. Vorbilder aus den eigenen Reihen gebe es dabei viele, von Achim Maiwald für Kinder- bis Guido Knopp bei den Geschichtsprogrammen. Mit Kritik wurde auch nicht gespart. "Im Vorfeld der Krise hätten Journalisten ihre Wächterfunktionen gegenüber Politik und Wirtschaft nicht ausreichend wahrgenommen", hieß es aus Reihen der Preisorganisatoren. Ein möglicher Faktor könnte das Ausdünnen von Personal in den Wirtschaftsredaktionen sein, auch die Konzentration auf Verbraucherthemen trage seinen Teil zu der wenig vorbildlichen Wirtschaftsberichterstattung in Radio und Fernsehen bei. Hohes Lob erhielten die Beiträge der großen Magazine und Tageszeitungen. Basis seien exzellente Recherchen, wie sie auch in den modernen Onlinemedien selten zu finden sind.







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