26. 05. 2012
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Zeitungssterben setzt sich fort
150 Jahre gab es im Sauerland die Mendener Zeitung. Am 31. März dieses Jahres endete diese jahrhundertelange Tradition mit der letzten Ausgabe. Wie die Fachzeitschrift "Der Journalist" am Dienstag dieser Woche berichtete, erschien die Tageszeitung zuletzt im Verbund mit dem Westfälischen Anzeiger (WA) und in einer Auflage von nur noch 6000 Exemplaren. Eigentümer des Blattes war die Verlagsgruppe Ippen. "Für uns ist das eine Niederlage", erklärte WA-Geschäftsführer Daniel Schöningh gegenüber dem Fachblatt. Nach Schöninghs Angaben haben alle fest angestellten Mitarbeiter Stellenangebote aus der eigenen Gruppe erhalten - zu gleichwertigen Bedingungen, wie der Geschäftsführer betonte. Trotz der sozialverträglichen Gestaltung des Rückzugs bedauern nicht nur die Eigentümer diesen Schritt. "Aber die Stellen sind natürlich weg und kommen nicht wieder", ergänzte der NRW-Landesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, Helmut Dahlmann. Zuletzt haben 13 Personen in der Redaktion gearbeitet.
Für die Bewohner des Hochsauerlandkreises rund um Menden bedeutet der Schritt der Verlagsleitung ein Verlust an medialer Vielfalt. So wird die Westfalenpost aus der WAZ-Gruppe zukünftig in der Region die einzige Zeitung sein, die täglich erscheint und über das Geschehen aus Menden und Umgebung berichtet. Auch dieses Blatt hat mit dem schwierigen Anzeigengeschäft und den daraus resultierenden Renditeproblemen zu kämpfen. Erst wenige Tage zuvor schloss das Blatt die Lokalredaktionen in Soest und Werl. Gerüchten um eine mögliche Absprache zwischen der WAZ-Gruppe und dem Verlagshaus Ippen erteilte Zeitungsmanager Schöningh allerdings eine klare Absage. Das sei "an den Haaren herbeigezogen", so der WA-Geschäftsführer gegenüber der Fachzeitschrift. Zuvor hatte der Gewerkschaftsblog www.medienmoral-nrw.de entsprechende Gerüchte gestreut. Tatsächlich werden wohl beide im Sauerland aktiven Zeitungsgruppen tendenziell eher Abonnenten verlieren. Während insbesondere in Soest die Abonnenten des Soester Anzeigers zur Ippen-Konkurrenz wechselten, dürfte in Menden der Wechsel in die andere Richtung vollzogen werden. In jedem Fall aber verlieren beide Standorte an medialer Vielfalt, so die bedrückende Konsequenz der Verlagsentscheidungen.

























