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DSDS: Zielpublikum wird nur wenig älter


11.05.2011 17:59 von:

Schlagwörter: Köln,DSDS,Deutschland sucht den Superstar,Pietro Lombardi,Sarah Engels,Marktante

Bild: RTL/Stefan Gregorowius

Angesichts des schleichenden demografischen Wandels finden sich immer mehr Appelle, die Gruppe älterer Arbeitnehmer nicht als "altes Eisen” sondern als "Erfahrungs- und Wissenschaftpotenzial" zu begreifen. Während in der freien Wirtschaft längst viele Unternehmen – nicht alle freiwillig und aus eigener Einsicht – die Zielgruppe der "jungen Alten" jenseits der 50 für sich entdeckt und ganze Angebotscluster die "silver surfer" im Internet erschaffen haben, schwelgt der Fernsehsender in seinem Erfolg bei der jugendlichen Zielgruppe. "Werberelevant", so die Bezeichnung der Fernsezuschauerinnen und –zuschauer in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Sie ist den Privatsendern – allen voran – eine eigene Zuschauerkategorie und damit ein zweites Quoten-Ranking wert. Nicht selten schaffen es die Macher des Kölner Privatsender aus dem Bertelsmann-Konzern, ihre Konkurrenz der beiden Sender ProSieben und Sat.1 so deutlich hinter sich zu lassen, dass selbst die Addition beider Konkurrenzsender nicht an den Marktanteil des Platzhirsches RTL heranzurücken. Doch mit einer Sonderuntersuchung der media control-Gruppe aus Baden-Baden scheint das jugendliche Antlitz der Kölner Formatpioniere erste Falten zu bekommen.

Weibliche Fans des Poptitans mit spürbarer Wanderungsbewegung

Die Mediaforscher aus dem Südwesten der Republik haben sich die Einschaltquoten des Erfolgsformats "Deutschland sucht den Superstar" oder kurz DSDS einmal näher betrachtet und dabei eine spürbare Wanderungsbewegung festgestellt. Demnach stieg über den gesamten Verlauf der diesjährigen achten Staffel die Zahl der Zuschauerinnen in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen um rund 120.000 an. Während Poptitan Dieter Bohlen in dieser Zielgruppe offenbar Zuwachs verzeichnete, verlor er in einer anderen an Unterstützung: Etwa die gleiche Anzahl der weiblichen Betrachterinnen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren wendeten sich in dieser Staffel von dem Format ab.

Gigantischer Marktanteil bei den ganz Jungen

Allerdings bleibt das Castingformat bei den jungen und jugendlichen Zuschauerinnen das Top-Format überhaupt. Ein durchschnittlicher Marktanteil von 58,7 Prozent in dieser Altersgruppe bedeutete in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von gleich 4,7 Prozentpunkten. Im großen Finale hingegen waren es vor allem deutlich mehr junge Männer, die an der Entscheidung über den Status "Superstar 2011" mitfiebern oder gar mitentscheiden wollten. Während der Marktanteil unter den 14- bis 19-jährigen männlichen Betrachtern zwischen Halbfinale und Finale um gigantische 18 Prozent anstieg, betrug das Wachstum in der gleichaltrigen, weiblichen Zielgruppe gerade einmal 4,5 Prozent. An der Entscheidung, wer sich in diesem Jahr mit dem Titel "Superstar" schmücken darf, hatte diese Wanderung bei den Zielgruppen des Formats offenbar aber keinen größeren Einfluss gehabt, so eine weitere Erkenntnis der Sonderauswertung. Ähnlich differenziert zeigt sich die Mediaauswertung auch bei der Gesamtzahl der Fernsehzuschauer aller Altersklassen. Hier erhöhte der Sender zwar seinen Marktanteil von 19,8 auf durchschnittlich 20,5 Prozent oder 6,38 Millionen. In absoluten Zahlen aber waren das rund 70.000 weniger als im Jahr zuvor, hieß es dazu abschließend. Für den Sender bedeutet diese Statistik trotzdem einen "Riesenerfolg". Erstmals nach der Staffel 2002/2003 erreichte DSDS wieder einen Marktanteil von mehr als einem Fünftel aller Zuschauerinnen und Zuschauer. Unabhängig von der Alterszusammensetzung der Zielgruppe und die festgestellte leichte Abwanderungstendenz bei Frauen mittleren Alters konnte das Showformat in der Gunst aller Fernsezuschauer und in Relation zur Konkurrenz den Vorsprung weiter ausbauen, Jugendwahn hin, Jugendwahn her.







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