26. 05. 2012
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Haushalt des Westdeutschen Rundfunk ist beschlossene Sache
WDR-Intendantin Monika Piel muss sparen. Nicht nur im kommenden Jahr, auch mittelfristig bis zum Jahr 2014 ist die Finanzplanung von stagnierenden Einnahmen geprägt. Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunksender am heutigen Freitag bekannt gab, stehen dem Sender im kommenden Jahr rund 20 Millionen Euro weniger zur Verfügung als im laufenden Jahr. Auch über das Jahr 2011 steht demzufolge der Sparzwang im Fokus der Finanzplanungen. Im Budget für das kommende Jahr werden Erträge in Höhe von 1,33 Milliarden Euro kalkuliert. Dem stehen Aufwendungen in Höhe von 1,38 Milliarden Euro gegenüber. In der Gewinn- und Verlustrechnung wird nach Übertrag in den Finanzplan ein betriebswirtschaftlicher Fehlbetrag in Höhe von 32 Millionen Euro stehen. Die Verluste sollen durch Entnahme von Rücklagen ausgeglichen werden, hieß es dazu weiter.
"Klare Zielsetzung muss bleiben, nicht am Programm zu sparen, sondern Umschichtungen vorzunehmen, um sie für Innovationen vor allem zugunsten von Angeboten für die junge Zielgruppe zu nutzen. Die Qualität und das öffentlich-rechtliche Profil sind und bleiben der Maßstab", betonte Ruth Hieronymi, Vorsitzende des Rundfunkrats. Die ehemalige Europaparlamentarierin begrüßte dabei ausdrücklich, dass auch die für Sportrechte bereitgestellte Summe auf Empfehlung des Rundfunkrats reduziert wurde. Allerdings gebe es angesichts der weiteren Aussichten auch kritische Untertäne. "Der Haushalts- und Finanzausschuss hat sich in seiner Haushaltsklausur am 26. November 2010 ausführlich mit den Planwerken befasst und dem Rundfunkrat die Zustimmung empfohlen. Allerdings sehen wir mit Sorge das ausgewiesene Defizit in der mittelfristigen Finanz- und Aufgabenplanung", erklärte der Vorsitzende des Haushalts- und Finanzausschusses, Heinrich Kemper. So soll die WDR-Intendantin bereits im kommenden Haushaltsjahr sparsam wirtschaften. Ein mögliches Mittel dazu könnten weitere Kooperationen mit anderen Landesrundfunkanstalten sein, so ein Hinweis des Kontrollorgans. Dem stimmt auch Intendantin Piel zu. "Dieser Kurs ist alternativlos, zumal zum jetzigen Zeitpunkt niemand einschätzen kann, welche Effekte die Einführung des neuen Haushaltsbeitrages für unsere Finanzen haben wird. Wir wollen auch innerhalb der ARD stärker kooperieren, um unsere Programme kostengünstiger zu produzieren. Wir müssen intelligent sparen, um die Qualität des Programms nicht zu gefährden", so die Meinung der Intendantin.
Ausgaben und Einnahmen im Einzelnen
So stehen für das Programm des WDR in allen Medienkanälen im kommenden Jahr mit 496,8 Millionen Euro rund 28 Millionen Euro weniger zur Verfügung. Die größten Einsparungen leistet dabei der Fernsehbereich. Hier sinkt das veranschlagte Volumen für direkte Programmmittel von 432,1 auf 404,2 Millionen Euro. Hier wirkt sich die Kürzung des WDR-Anteils am Gesamtetat der Sportrechtemittel innerhalb der ARD aus. Die geplanten Produktionskosten sollen ohne Qualitätsverlust vonstatten gehen, versprechen die Verantwortlichen. Die Personalkosten werden sich im kommenden Jahr auf 316,6 Millionen Euro summieren. Löhne, Gehälter und soziale Aufwendungen machen damit einen Anteil an den Gesamtausgaben von 22,9 Prozent aus, teilte der Sender abschließend mit.


























