26. 05. 2012
Seite drucken
Info-Monitor 2011: Libyen und Euro-Krise waren Topthemen
Das in Köln ansässige Institut für empirische Marktforschung (IFEM) hat die sechs wichtigsten Nachrichtensendungen der deutschen TV-Vollprogramme unter die Lupe genommen. Neben den „prime time“-Nachrichtensendungen der Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1 wurden auch die beiden spätabendlichen Nachrichtenformate „Tagesthemen“ (ARD) und „Heute-Journal“ (ZDF) in die Analyse aufgenommen. Ergebnis: Die Top-Nachrichten des Jahres 2011 waren der Aufstand in Libyen und die Euro-Krise. Die Berichterstattung über die monatelangen Gefechte im nordafrikanischen Land Libyen nahm mit fast 38 Stunden (2.262 Minuten) Berichterstattung den größten Raum unter allen Themen ein. Es folgt die Berichterstattung über die schwelende Euro-Krise, die eigentlich eine Staatsschuldenkrise ist. Hierfür verwendeten die Nachrichtenredaktionen insgesamt rund 33 Stunden (1977 Minuten) Sendezeit, wie die Kölner Medienforscher herausfanden. Auf den weiteren Plätzen folgten die Reaktorkatastrophe in Fukushima (1239 Minuten), die Schuldenkrise in Griechenland (1217 Minuten) und der Aufstand in Ägypten (963 Minuten).
Unterschiede zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten
Zwischen den öffentlich-rechtlichen und den privaten Nachrichtensendungen gibt es auch deutliche Unterschiede. Wie die Kölner Medienwirkungsforscher weiter herausfanden, lag der Politikanteil der Nachrichtenberichterstattung bei den Sendungen von ARD und ZDF bei 50 Prozent und sogar darüber. Demgegenüber setzten die privaten Fernsehsender eher auf den Infotainment-Anteil. Hier lag der Politikanteil an den Tagesnachrichten bei knapp bzw. deutlich unter 30 Prozent. Demgegenüber berichteten „RTL aktuell" und "Sat.1 Nachrichten" erheblich mehr über Unfälle und Katastrophen als die Nachrichtensendungen von ARD und ZDF. Noch deutlicher werden die unterschiedlichen Nachrichtenprofile der öffentlich-rechtlichen bzw. privaten Sender im Themenbereich Human Interest/Alltag/Buntes, der eindeutig die Domäne von RTL und Sat.1 ist. Mit nur einer Ausnahme berichteten "RTL aktuell" und "Sat.1 Nachrichten" in allen Monaten des Jahres 2011 umfangreicher über diese alltagsnahen und "bunten" Themen als die öffentlich-rechtlichen Nachrichten, so ein weiteres Ergebnis der Studie.
Die höchste Medienpräsenz, das überrascht weniger, erhielt dabei die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel. Einzig im April dieses Jahres überschattete die parteiinterne Krise des liberalen Koalitionspartners die Berichterstattung. Der Wechsel bei der Medienpräsenz war indes nur von kurzer Dauer. Unter den Parteien war bis auf den April die CDU bei der Berichterstattung vorne. Durchgängiger Dritter waren die Sozialdemokraten, sie wiesen im Gegensatz zu den Liberalen aber nur geringe Schwankungen auf.

























