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31. 10. 2014
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Wirtschaftsthemen in den Medien: Private sind "Innovatoren"


20.09.2011 22:17 von:

Schlagwörter: Köln,IHK,Wirtschaftsjournalismus,Fernsehen,2011,Analyse,Studie,Ernst-Schneider-P

"Relevanz” beschreibt in der empirischen Sozialforschung den Grad, in dem die gestellten Fragen den zu messenden Indikatoren entsprechen. Bei der Beurteilung des Mediums Fernsehen und seiner Berichterstattung über Wirtschaftsthemen dürfte der Begriff eher als "bedeutend" oder "maßgeblich" zu benutzen sein. Nach Meinung der Experten des Ernst-Schneider-Preises für Wirtschaftsjournalismus trifft genau diese Beschreibung auf die Ökonomie-lastigen Beiträge im Fernsehprogramm der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu. Dank der zuletzt gestiegenen Zahl von Sondersendungen und Thementagen in den ARD- und ZDF-Programmen sind die Öffentlich-Rechtlichen zudem deutlich aktueller geworden, so eine weitere Erkenntnis der Analyse der in diesem eingereichten mehr als 1000 Beiträge des renommierten Journalistenpreises.

Einfache und nachvollziehbare berichte: Die Privaten machen es vor

Trotz dieses unverkennbar positiven Trends in der deutschen Wirtschaftsberichterstattung bleibt allerdings gerade bei den ersten, zweiten und dritten Programmen der Vorwurf, dass sie bisweilen nur deskriptiv bleiben und folglich die so wichtige und immer wichtiger werdende Aufgabe von Medien damit nur noch eingeschränkt erfüllen. "Die Berichterstattung gleicht einem Puzzle, bei dem das genaue Betrachten eines Einzelteils nicht mehr als eine Ahnung vom Gesamtbild ermöglicht", erklärte Walter Richtberg, Vorsitzender des Ernst-Schneider-Preis e. V. Er appellierte an die Autoren, sich um eine einfachere Sprache zu bemühen, mehr einzuordnen und wirtschaftliche Zusammenhänge deutlicher zu machen. Ebenso in der Kritik ist der Trend, Meinungen der Zuschauer zum Gegenstand von Berichterstattung zu machen.

Stattdessen fordern die Auslober des Journalistenpreises eine eher "seismologische Funktion in der Wirtschaftsberichterstattung". Damit gemeint ist eine journalistische Aufbereitung von Wirtschaftsthemen, die gesellschaftlich relevante Trends aufgreife, bevor diese zu Problemen würden. Eine Reihe jüngerer Formatentwicklungen belege, dass Zuschauer für wirtschaftliche Themen aufschließbar seien. Dazu gehörten der "Scanner", ein umfassender, mit Reportageelementen angereicherter Produktcheck, und auch sogenannte Unternehmens-Checks -moderne Firmenportraits, die zentrale Markenbotschaften unter die Lupe nehmen (beide WDR), lobten die Initiatoren des Journalistenpreises weiter.

Vor allem die privaten Fernsehsender zeichneten sich durch innovative neue Formate aus, die Wirtschaftsthemen erlebbar zu machen versuchten. Besonders der Kölner Marktführer RTL brachte dabei interessante Formate auf die Mattscheiben. Mit der Serie "Undercover Boss" verzeichnete der Sender zudem einen echten Quotenerfolg. Hier konnte die Fernsehkonsumenten miterleben, wie Führungskräfte das eigene Unternehmen inkognito als Berufseinsteiger kennen lernen. "Rachs Restaurantschule" begleitete zwölf Praktikanten in den Gastronomieberuf und thematisierte in einer Reality-Doku allgemeine Berufsanforderungen sowie Voraussetzungen einer Unternehmensgründung. RTL-Schwestersender Vox setzt mit mehrstündigen Samstagsabend-Dokumentationen regelmäßig Schwerpunkte auf diesem Programmplatz und erreicht mit populären wirtschaftlichen Themen ("Porsche-Saga") neue Zuschauer, so die Autoren weiter.

Die Studie kann beim Ernst-Schneider-Preis der deutschen Industrieund Handelskammern e.V. via E-Mail bezogen werden. Ansprechpartnerin ist Frau Sigrid Baum:

sigrid.baum@koeln.ihk.de







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