26. 05. 2012
Seite drucken
Deutsche Hospiz Stiftung fordert Nachrüstung
Die Deutsche Hospiz-Stiftung hat nach einem Brand in einem Pflegeheim in Marienheide ein schnelles Handeln der Politik gefordert. Grund für die Forderung ist ein Vorfall in Marienheide. Hier starb bei einem Brand in einem Pflegeheim in der Nacht auf den gestrigen Samstag eine 75-jährige Bewohnerin in den Flammen. Weitere elf Personen wurden mit Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Dabei offenbarte die Untersuchung, dass die Einrichtung keine Brandmeldeeinrichtung mit direkter Verbindung zur Feuerwehr hatte. Das habe wertvolle Zeit gekostet, die möglicherweise das Leben der 75-Jährigen gerettet hätte, wie die Patientenschutzorganisation am heutigen Sonntag ausführte. Nun sei die Politik gefordert, insbesondere die zuständigen Verantwortlichen in Bund und Ländern. "Jeden Monat zählen wir neue Brandopfer und Brandtote. Jeden Monat die gleichen entsetzlichen Bilder und nichts geschieht. Es scheint als wollen Politik und Betreiber der Öffentlichkeit vorgaukeln, dass Brandtote in Pflegeeinrichtungen ein unausweichliches Lebensrisiko sind. Das ist aber falsch. Denn die laschen Brandschutzvorschriften sind oft die eigentliche Ursache für die Opferzahlen. Diese Erkenntnis wird aber von der Politik und den Betreibern ignoriert", kritisiert der Geschäftsführende Vorstand der Patientenschützer, Eugen Brysch, in einer heute veröffentlichten Stellungnahme.
Brysch wirft der Politik Ignoranz vor. "Nichts hören, nichts sehen, nichts tun. Die Opferzahlen zeigen, dass diese Ignoranz Menschenleben kostet. Pflegeeinrichtungen ohne aufgeschaltete Brandmeldeanlage müssen deshalb bis zum Ende des Jahres nachgerüstet oder geschlossen werden. Es dürfe nicht sein, dass wegen einer fehlenden Brandmeldeanlage ein Feuer erst viel zu spät bemerkt wird", erklärte der Patientenschützer weiter. Für die Feuerwehr gilt eine Kennzahl. Wenn sie innerhalb von acht Minuten nach der Entstehung eines Brandes am Ort des Geschehens eintreffen, stehen die Chancen gut, dass auch in Pflegeeinrichtungen nicht nur der Brand rechtzeitig gelöscht werden könne. Außerdem könnten alle Bewohnerinnen und Bewohner gerettet werden. In Marienheide aber sei der Brand erst bemerkt worden, als sich die Brandschutztüren des Abschnittes selbsttätig schlossen.
Brysch und seine Organisation fordern verpflichtende Mindeststandards auch und gerade für Einrichtungen der Pflege. Nicht nur Landesbauminister Harry K. Voigtsberger steht somit in der Kritik, auch Bundesbauminister Peter Ramsauer solle über die Bund-Länder-Konferenz Druck machen. "Bisher geschieht aber nicht", kritisierte Brysch weiter. Auf der anderen Seiten stehen auch die Träger von Pflegeeinrichtungen in der Pflicht. "Die Patientenschutzorganisation fordert die Betreiber auf, nicht darauf zu warten, bis die Politik ihnen Richtlinien vorgibt, sondern selbst für Sicherheit zu sorgen. Erst wenn Todesopfer zu verzeichnen sind, werden die meisten Träger aktiv. Das ist zu spät", erklärte die Organisation. Pro Jahr gebe es bundesweit rund 20 Tote und 100 Verletzte durch Vorfälle wie diese.

























