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20. 09. 2014
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Ladenöffnungszeiten: Alain Caparros sieht Tausende Arbeitsplätze in Gefahr


24.01.2012 14:00 von:(rk)

Schlagwörter: NRW,Landesregierung,Koalition,Ladenöffnungszeiten,Sonntagsarbeit,Novelle,Kritik

Der Chef des Kölner Handelskonzerns kritisiert das Gesetzesvorhaben in NRW, die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten zurücknehmen zu wollen. Symbolbild: Rewe

Der Kölner Handels- und Touristikkonzern Rewe hat sich massiv gegen eine Beschränkung der Ladenöffnungszeiten durch die rot-grüne Landesregierung ausgesprochen. In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ sieht Tausende Arbeitsplätze im Einzelhandel in Gefahr. Durch die Liberalisierung der Öffnungszeiten seien seit dem Jahr 2006 mindestens 600 neue Vollzeitstellen entstanden, so der Kritiker der geplanten Neuregelung. Die hatte zuvor eine Beschränkung des Ladenschluss auf 22 Uhr ins Spiel gebracht. Allerdings gibt es zwischen den beiden Koalitionären noch Abstimmungsbedarf. An der grundsätzlichen Richtung aber kann es kaum Zweifel geben. So steht unter anderem im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen, dass man „die Aushöhlung des Sonn- und Feiertags“ verhindern wolle. Unterstützung gibt es dafür vonseiten der Gewerkschaften und auch der Kirchen. Über eine Verkürzung der Ladenöffnungszeiten konnten sich die Koalitionäre damals offenbar nicht verständigen, ein entsprechender Passus im Koalitionsvertrag fehlt, folglich dürfte vor allem dieser Punkt innerhalb der Landesregierung Bestandteil von Verhandlungen sein.

Für Rewe selbst seien die längeren Öffnungszeiten auch in der Belegschaft kein Problem, wie der Rewe-Chef erklärte. Sein Unternehmen zahle „attraktive Gehaltszuschläge“ und habe mit der Liberalisierung der Öffnungszeiten zwischen 500 und 600 neue Vollzeitstellen geschaffen. Hinzu kommen mögliche weitere Stellenzusetzungen bei anderen Unternehmen in der Lieferkette, so Caparros weiter. In der Zeit zwischen 20 und 22 Uhr erzielt Rewe rund ein Zehntel Wochenumsatzes. Es gebe also einen echten Bedarf an spätabendlichen Einkaufsmöglichkeiten. Eine Rücknahme der heutigen Regelung wäre demgegenüber ein Rückschritt, kritisierte der Rewe-Manager weiter.

In Köln hatte nach der Änderung der Ladenöffnungszeiten eine so genannte „Konsensrunde“ beschlossen, die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage statt wie gesetzlich eingeräumt auf vier nur auf drei Tage pro Stadtbezirk auszudehnen. Zuletzt war die Runde allerdings ausgesetzt, weil sich die Positionen der dort vertretenen Institutionen nicht mehr unter einen Hut bringen ließen. Weil Köln aber Millionenstadt ist, gelten hier spezielle Regularien. So dürfen in Köln auch pro Stadtbezirk drei verkaufsoffene Sonntage durchgeführt werden. Schon länger hatten vor allem die Gewerkschaften Front gegen allzu eine laxe Handhabung der Arbeitszeiten gemacht. Mit einer Neuregelung der Ladenöffnungszeiten könnte so die Lebensqualität der Angestellten steigen, wie die Gewerkschaften argumentieren.







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