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20. 10. 2014
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Energiewende ist nur durch Netzausbau zu schaffen


22.02.2012 08:00 von:(red)

Schlagwörter: Johannes Remmel,Umweltminister,Netzausbau,Energiewende,Kritik,Rösler

Johannes Remmel fordert einen zügigeren Ausbau der Stromnetze und kritisiert dabei den politischen Gegner. Bild: Staatskanzlei NRW/Ralph Sondermann

Der nordrhein-westfälische Landesumweltminister Johannes Remmel sieht im Netzausbau den entscheidenden Faktor zum Gelingen der so genannten „Energiewende“. Mit einem neuen Vorstoß hat sich der Grünen-Politiker am gestrigen Dienstag erneut in die Debatte um die notwendigen Voraussetzungen eingeschaltet und dabei zugleich die Bundesregierung, konkret Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, kritisiert. Remmel sprach sich dabei für die Gründung eines Unternehmens aus, dass den Aufbau des Stromnetzes der Zukunft federführend in die Hand nehmen solle. Die Weigerung Röslers, diesem Konzept zu folgen, quittierte Remmel seinerseits mit Kritik.

Remmel greift mit seinem Vorstoß einen Vorschlag des Netztbetreibers Tennet auf. Der hatte kurz zuvor vorgeschlagen, eine deutschlandweite Gesellschaft mit dem Aufbau eines so genannten Overlay-Stromnetzes zu beauftragen. Remmel sieht dabei den Bund in der Pflicht. "Der Netzausbau ist der Flaschenhals der Energiewende. Hier muss der Bund endlich konkret handeln", so der Landesumweltminister weiter. Schätzungen der Netzbetreiber zufolge werde der Ausbau nur der zentralen Stromleitungen etwa 15 Milliarden Euro kosten. Zweck der neuen Gesellschaft soll die Errichtung und Betrieb neuer Offshore-Anschlussleitungen auf Gleichstrombasis in Nord- und Ostsee sowie eines Overlay-Netzes in Form von großräumigen Hochspannungs-Gleichstromverbindungen an Land sein. Die neuen, das bisherige Netz überlagernden, Stromautobahnen sollen nach Plänen der Netzbetreiber auch durch NRW gehen, hieß es dazu weiter.

Da der Netzausbau voraussichtlich mehrere Jahre dauern wird, sollte mit der Arbeit schnellstmöglich begonnen werden. Auch hier sieht Remmel die Bundesebene in der Pflicht. "Der Bund kann sich nicht darauf beschränken, alle zwei Jahre ein neues Beschleunigungsgesetz zu beschließen und dann abzuwarten, sondern muss sich auch finanziell mit einer Beteiligung an der neuen Netzgesellschaft einbringen", forderte der Minister. Der Bundesanteil an der neuen Netzgesellschaft soll demnach bei mehr als 25 Prozent liegen, um so eine Mitsprache sicherzustellen. Besonders Wirtschaftsminister Rösler steht nach Ansicht Remmels auf der Bremse. Der Grünen-Politiker bezeichnete ihn sogar als „Geisterfahrer der Energiewende“. Mit seiner Blockadehaltung verhindere der nicht nur einen echten Wettbewerb, sondern schwächt überdies den Mittelstand und damit die Zukunft des Industriestandorts Deutschland, argumentiert Remmel abschließend.







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