26. 05. 2012
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Land NRW will geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung
Die nordrhein-westfälische Landesregierung will weiteres Geld in die Gleichstellung von Mann und Frau bereit stellen. Wie das zuständige Landesministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter bekannt gab, sollen weitere sechs Millionen Euro in eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung fließen. Die Landesregierung fördert damit Projekte für eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung und ist nach den Worten ihrer Ministerin Barbara Steffens zugleich "ein Vorbild für Europa". Die Projektförderung hat eine Laufzeit von drei Jahren. "Biologische und soziokulturelle Faktoren haben erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit. Aber auch auf Krankheitssymptome und Verläufe, was heute in der Versorgung, in der Prävention und Rehabilitation viel zu wenig beachtet wird, aber mehr Beachtung finden muss, um Fehldiagnosen vorzubeugen und Zeit sowie auch Geld zu sparen", begründete die Ministerin die Investitionsentscheidung.
beispiele für die unterschiedlichen Anforderungen an die staatliche Gesundheitsvorsorge gibt es nach Meinung der Grünen-Ppolit8ikerin viele. So bekommen Frauen im Durchschnitt etwa zehn Jahre später einen Herzinfarkt als Männer, dafür sterben sie aber häufiger daran. Depressionen treten bei Frauen etwa doppelt so häufig auf als bei Männern, rund die Hälfte der Männer, aber nur ein Drittel der Frauen über 18 Jahre sind übergewichtig. "Auch gehen Frauen und Männer anders mit Versorgungsangeboten um: Während bei Männern 20 Prozent diese Angebote annehmen, sind es bei Frauen etwa die Hälfte", weiß die Ministerin zu berichten. Außerdem gebe es auch unterschiedliche Reaktionen auf Gewalt: Frauen reagieren häufiger mit Depressionen oder Angst, Männer hingegen fallen eher durch übersteigerte Aggression und Suchtverhalten auf, so die Ministerin weiter. "Eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung ist überfällig, sie muss in unserem Gesundheitssystem zur Routine werden. Dazu sollen die innovativen Projekte des Wettbewerbs beitragen", bestätigte auch der Vorsitzende der Jury des Wettbewerbs "IuK und Gender Med.NRW" und Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Michael Schwarzenau.
Der zurückliegende Landeswettbewerb "IuK (Information und Kommunikation) & Gender Med.NRW" brachte insgesamt 16 förderungswürdige Projekte hervor. Drei dieser Projekte beschäftigen sich entweder unmittelbar mit der Verbesserung der medizinischen Versorgung oder der Chancengleichheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Dazu gehören unter anderem das Projekt "RhePort21", das den Aufbau deines Rheumaportal an den Franziskus-Kliniken in Aachen zur Aufgabe hat. Am Medizinischen Zentrum für Gesundheit Bad Lippspinge soll ein geschlechterdifferenziertes Therapieprogramm in der Routineversorgung der kardiologischen Rehabilitation entwickelt werden. Die Initiatoren gaben diesem Projekt den wohlklingenden Namen "ReGE - Rehabilitation Geschlechtergerecht". Am Universitätsklinikum in Aachen startet das Projekt "Gender-Gewaltkonzept"zur Erfassung und Versorgung von Patientinnen und Patienten nach Gewalterfahrungen.

























